Panorama

Inzidenz in Berlin sinkt auf 71 Ansturm auf Impfprojekt in Neukölln

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"Man weiß nie, wer kommt": Der Senat wirbt seit Mittwoch mit Aushängen an Haustüren für die Impfung.

(Foto: picture alliance/dpa)

Für Bezirke mit überdurchschnittlich hohen Inzidenzen will der Berliner Senat neue Impfwege beschreiten: Ein erster Versuch in Neukölln verläuft ermutigend. Für 400 Impfdosen stellen sich vor allem junge Leute in eine lange Schlange. Migranten sind eher die Ausnahme.

Geduldiges Warten in einer langen Schlange: Bei der ersten Berliner Schwerpunktimpfung im Stadtteil Neukölln hat das große Interesse die Gesundheitsverwaltung positiv überrascht. "Wir sind überwältigt von der Nachfrage", sagte Gesundheitsstaatssekretär Martin Matz am Mittag. Es gebe für Freitag insgesamt jedoch nur 400 Impfdosen. "Viele werden wiederkommen müssen." Bis Sonntagabend stünden insgesamt 1200 Impfdosen bereit - für mehr als 10.000 Menschen aus Wohngebieten mit besonders hohen Ansteckungszahlen.

Das Impfangebot in einer Schule an der Köllnischen Heide ist ein Modellversuch für Stadtgebiete mit Inzidenzen, die weit über dem Berliner Durchschnitt liegen. Dazu gehören in Neukölln zum Beispiel die High-Deck-Siedlung, die Weiße Siedlung und das südliche Kiehlufer. Über Aushänge an den Haustüren sowie über Sozial- und Bildungsträger wurden die Bewohner seit Mittwoch über das Angebot informiert.

Projekt in Spandau und Mitte wiederholen

Zum Start kamen allerdings vor allem junge Neuköllner, Migranten waren unter den Wartenden eher die Ausnahme. "Wir haben verschiedene Bevölkerungsgruppen angesprochen - man weiß nie, wer kommt", sagte Matz. Es sei bereits angedacht, das Angebot in anderen Bezirken zu wiederholen - voraussichtlich in Mitte und Spandau. Allerdings gibt es bisher erst insgesamt 10.000 Impfdosen für Berliner Kieze mit besonders hohen Ansteckungszahlen.

Die erste Schwerpunktimpfung ist ein gemeinsames Pilotprojekt des Senats und des Bezirksamts Neukölln. Es läuft bis zum 16. Mai jeweils von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr. Termine müssen nicht vereinbart werden. Die Wartezeiten können deutlich mehr als eine Stunde betragen. Nötig für die Impfberechtigung ist ein Ausweis mit der Meldeadresse, eine FFP-2-Maske und wenn möglich ein Impfpass. Geimpft wird mit den Impfstoffen der Firmen Johnson & Johnson sowie Moderna. Bei der Impfung mit Moderna ist einige Wochen später eine Zweitimpfung nötig.

Inzidenz in Berlin bei 71,5 - Lockerungen winken

Derweil bereitet sich Berlin auf erste Lockerungen vor: Vom nächsten Mittwoch an sind Konzerte unter freiem Himmel erlaubt, ab Freitag vor Pfingsten dürfen die Außenbereiche der Gaststätten öffnen. Entsprechende Lockerungen beschloss der Senat bei einer Telefonschalte am Vormittag - und auch die dafür notwendigen Änderungen in der Infektionsschutzverordnung. Das teilte die Senatskanzlei im Anschluss daran mit. Voraussetzung ist allerdings, dass die Sieben-Tage-Inzidenz bis dahin weiter stabil unter 100 liegt und die Bundes-Notbremse dann nicht mehr greift.

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller hatte vieles davon schon nach der Senatssitzung am Dienstag in Aussicht gestellt. Derzeit sieht es so aus, als könnte es klappen: Die Sieben-Tage-Inzidenz in Berlin liegt nach den Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) derzeit bei 71,5, am Donnerstag bei 83,4 und zuletzt am Montag noch oberhalb der 100er-Marke. Der wichtige Schwellenwert zeigt an, wie viele Neuinfektionen es pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen gegeben hat.

Quelle: ntv.de, mau/dpa

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