Bis zu 15 Grad"Anzeichen für einen Hauch vom Vorfrühling mehren sich"

Der Winter wird in den nächsten Tagen vor allem nachts im Osten nochmals knackig. Doch dann kennen die Temperaturen nur noch eine Richtung und steigen bis in den zweistelligen Bereich, wie ntv-Meteorologe Björn Alexander weiß. Allerdings wird es regnerisch.
ntv.de: Immer wieder Schnee, Regen, Frost und glatte Straßen - der Winter ist gefühlt endlos. Gibt es Grund zur Hoffnung auf wärmere Zeiten?
Björn Alexander: Nachdem die Kälte auch in dieser Wetterwoche zunächst noch tonangebend ist und es vor allem im Alpenraum nochmals kräftig schneien wird, besteht nächste Woche ein Grund zur Hoffnung. Denn das Gros der Wettermodelle bringt spürbar mildere Luft ins Spiel.
Wie warm wird es?
Geht es nach den wärmsten Ansätzen, dann wären es in der Südwesthälfte Spitzen bis um oder über 15 Grad. Und auch im Nordosten wären demnach zur Mitte der nächsten Woche 4 bis um die 10 bis 13 Grad denkbar. Wenn es tatsächlich so kommt, dann würden wir also deutschlandweit verbreitet auf zweistellige Plusgrade blicken.
Und wenn es nicht so kommt, wie es die höchsten Prognosen zeigen?
Die kältesten Varianten spekulieren nach wie vor auf dauerfrostige Werte in der Osthälfte und auf einstellige Plusgrade im Westen. Allerdings sind die kältere Versionen derzeit klar in der Unterzahl, so dass die Chancen auf Milderung - mit einem nachhaltigen Auftauen auch im Osten unseres Landes - bei etwa 80 Prozent liegen.
Zwischendrin gibt es in den Alpen viel Schnee?
So sieht es aus. Ausgehend von den letzten Schneefällen samt Verfrachtungen durch den mitunter stürmischen Wind starten wir bereits aktuell mit einer zum Teil sehr angespannten Lawinensituation. Das heißt in den höheren Lagen Lawinenwarnstufe 4 von 5.
Welche Neuschneemengen sind zu erwarten?
Hinzu kommen nun in den Hochlagen nochmals 50 bis 100 Zentimeter Schnee, teilweise auch mehr. Vorübergehend ist damit auch die höchste Lawinenwarnstufe 5 in einigen Regionen möglich. Abseits der gesicherten und freigegebenen Pisten ist die Lage somit lebensgefährlich und Lawinen können spontan, also ohne Zusatzbelastung, abgehen. Zumal auch in den tieferen Lagen unterhalb von rund 1600 bis 1800 Metern eine erhebliche Lawinengefahr mit Stufe 3 vorherrscht.
Was macht das Wetter in den übrigen Regionen beziehungsweise abseits der Alpen?
Etwa entlang der Elbe liegt momentan nach wie vor eine Luftmassengrenze, die kalte Polarluft im Nordosten von deutlich milderer und sehr feuchter Atlantikluft im Südwesten trennt. Dazu gibt es immer wieder Schauer, die im Nordosten sowie im Bergland als Schnee fallen, bevor sich am Mittwoch von der Nordsee her Hoch "Gerd" durchsetzt und sich die Schauer über der Nordhälfte nach Sachsen zurückziehen.
Worauf kann sich die Südhälfte einstellen?
Hier ist die Lage etwas unaufgeräumter. Einerseits folgen im Südwesten die Ausläufer von Tief "Xira". Andererseits bildet sich über dem Golf von Genua ein weiteres Tiefdruckgebiet. Beide Systeme werden in der Südhälfte wetterwirksam und sorgen zum Donnerstag verbietet für Regen und Schnee. Die Schneefallgrenze variiert dabei zunächst von den tiefen Lagen bis etwa 1000 Meter. Erst am Donnerstagabend gehen die Niederschläge bis in die Niederungen ganz im Süden ebenfalls in Schnee über und ziehen sich in der Nacht zum Freitag in die Alpen zurück.
Was bedeutet das für die Details?
Im Osten ziehen sich die Schneeschauer am Mittwoch im Tagesverlauf ins Erzgebirge zurück, ansonsten stellt sich in weiten Teilen des Landes freundliches, zeitweise sonniges und trockenes Wetter ein. Nur ganz im Süden bringen dichte Wolken Schnee, in tiefen Lagen Regen. Dazu minus 2 bis plus 2 Grad, im Südwesten 2 bis 6 Grad.
Welche Aussichten beschert uns der Donnerstag?
Im Norden und Nordosten erwartet uns nach frostiger Nacht freundliches bis sonniges Wetter. Ganz anders sieht es indes im übrigen Land aus. Hier sind Wolken unterwegs, die auf den Bergen sowie generell von NRW bis herüber nach Sachsen zum Teil kräftige Schneeschauer bringen. Hier kann es am Donnerstag erneut sehr glatt werden - mit entsprechenden Behinderungen auf den Straßen. Das Ganze bei minus 2 bis 6 Grad.
Und am Freitag?
Nach landesweit frostig kalter Nacht - im Norden und Osten örtlich mit unter minus 10 Grad - wird es tagsüber oft recht sonnig. Und auch an den Alpen lassen die Schneefälle nach. Die Temperaturspanne bleibt ähnlich mit minus 2 und 6 Grad.
Wie verläuft unser Wochenende?
Am Samstag breiten sich mit viel Wind Regenwolken aus. Nach Osten hin und im Bergland fällt in der Übergangsphase noch Schnee und vorübergehend ist auch gefrierender Regen mit großer Glättegefahr drin. Der Sonntag zeigt sich glätttechnisch entspannter, aber leider weiterhin oft grau, windig und teilweise nass. Dazu bringen es die Temperaturen am Samstag auf 2 bis 11 und am Sonntag auf 4 bis knapp 15 Grad.
Wohin schwingt das Wetterpendel nächste Woche?
Die Milderung sollte sich weiter fortsetzen. Gleichzeitig bestehen die Chancen, dass sich vor allem in der Südwesthälfte mal ein kräftigeres Hoch fürs Wetter stark machen, so dass - neben der Erwärmung - auch die Sonne mehr Anteile am Wettergeschehen haben könnte. Sprich: Sicherlich ist wettermäßig noch nicht alles toll, aber die Lichtblicke und die Anzeichen für einen Hauch vom Vorfrühling mehren sich.