Panorama

Schwerste Verletzungen Ärzte kämpfen weiter um das Leben der Opfer

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Die Klinik hatte den Notfall häufig geprobt. Im Ernstfall klappte alles.

(Foto: picture alliance / Guido Kirchne)

Zwei Menschen sterben bei der Amokfahrt von Münster. Möglicherweise wird die Opferzahl noch steigen. Im Universitätsklinikum werden noch Patienten behandelt, deren Überleben alles andere als sicher ist.

Das Universitätsklinikum Münster ringt weiter um das Leben von drei Opfern der Amokfahrt vom Samstagnachmittag. Bei einem weiteren Patienten habe sich der Zustand etwas verbessert, teilte der stellvertretende Ärztliche Direktor des UKM, Michael Raschke, mit. Die noch im Krankenhaus behandelten Verletzten stammen aus der Region Münsterland, Hamm, Vechta und den Niederlanden.

Während der kurzen Pressekonferenz vor dem Krankenhaus wurden zwei der Patienten erneut operiert. Raschke sprach davon, dass es sich bei einem Eingriff um eine sehr komplizierte Operation handelt, bei der ein Patient mit einer schweren Beckenverletzung versorgt wird.

Die Opfer der Amokfahrt hätten sehr schwere Verletzungen davongetragen, die von Unfall-, Neuro-, Bauch- und plastischen Chirurgen interdisziplinär und zum Teil parallel behandelt wurden. Dabei sei es zunächst in allererster Linie darum gegangen, das Leben der Schwerverletzten zu retten. Dem Ärztlichen Direktor des UKM, Robert Nitsch, zufolge ist das noch nicht gelungen. "Wir kämpfen weiterhin um das Leben dieser Patienten", so Nitsch.

Notsysteme funktionierten

Unmittelbar nach der Amokfahrt wurden acht Patienten aufgenommen, zwei von ihnen konnten inzwischen schon entlassen werden. Die UKM-Leitung bedankte sich sowohl bei all ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, als auch bei den Münsteranern für die große Unterstützung in den Stunden nach dem Vorfall. Nicht nur Pflegekräfte und Ärzte, auch Verwaltungsangestellte und anderes Personal habe alles stehen und liegen lassen und sei ins Krankenhaus gekommen. Innerhalb einer Dreiviertelstunde habe ein spezielles Notbenachrichtigungssystem gegriffen. Die eintreffenden Kräfte wurden dann auf die verschiedenen Stationen verteilt. Die Zahl der Blutspenden sei enorm gewesen. Außerdem habe man Hilfsangebote aus dem In- und Ausland bekommen.

Trotz der schwierigen Situation, mehrere schwer verletzte Patienten versorgen zu müssen, habe man deshalb auch den Routinebetrieb der Klinik aufrechterhalten können. Unter anderem sei am Wochenende wie geplant eine Leber transplantiert worden.

Insgesamt waren bei der blutigen Tat am Samstagnachmittag etwa 20 Menschen verletzt worden. Eine 51-jährige Frau und ein 65-jähriger Mann wurden getötet. Der 48 Jahre alte Täter hatte sich nach der Amokfahrt mit einem Campingbus in der Münsteraner Innenstadt in seinem Fahrzeug erschossen. Woher er die Waffe hatte, war zunächst unklar.

Quelle: ntv.de, sba