Dutzende Tote und VerletzteAuch Deutsche unter Opfern des Zugunglücks in Spanien

Am Sonntagabend krachen im Süden Spaniens zwei Schnellzüge ineinander. Es gibt mindestens 40 Tote und mehr als 170 Verletzte. Nun steht fest: Unter den Opfern befinden sich auch Deutsche.
Bei dem schweren Eisenbahnunglück in Spanien sind auch Deutsche unter den Opfern. "Leider müssen wir davon ausgehen, dass sich auch deutsche Staatsangehörige unter den Betroffenen befinden. Über die Anzahl gibt es derzeit noch keine verlässlichen Angaben", hieß es aus dem Auswärtigen Amt in Berlin.
Die Lage sei derzeit zum Teil noch unübersichtlich. "Unser Konsulat in Malaga und unsere Botschaft in Madrid stehen mit den örtlichen Behörden im engen Austausch, um eine Aufklärung der Identitäten der Opfer zu betreiben." Bei dem Unglück in Andalusien im Süden des Landes am Sonntagabend kamen mindestens 40 Menschen ums Leben. Mehr als 170 Reisende seien verletzt worden, davon 24 schwer und fünf sehr schwer, teilten die Behörden mit. Es werde befürchtet, dass die Zahl der Toten noch weiter steigen werde. Der regionale Regierungschef Andalusiens, Juanma Moreno, schloss nicht aus, dass in den "Trümmerhaufen aus Metall" weitere Leichen liegen.
Die Tragödie hatte sich am Sonntagabend ereignet. Gegen 19.40 Uhr waren die beiden letzten Waggons eines Iryo-Hochgeschwindigkeitszuges der italienischen Gesellschaft Trenitalia nahe der Gemeinde Adamuz in der Provinz Córdoba bei einem Tempo von etwas mehr als 200 Kilometern pro Stunde entgleist und in das benachbarte Gleis geraten, wie die spanische Bahngesellschaft Renfe mitteilte. Der tragische Zufall wollte es, dass just zu dem Zeitpunkt ein entgegenkommender Hochgeschwindigkeitszug von Renfe mit ähnlicher Geschwindigkeit vorbeifuhr, frontal mit den entgleisten Waggons kollidierte und aus den Schienen geworfen wurde.
Der Iryo-Zug war mit mehr als 300 Menschen an Bord von Málaga nach Madrid unterwegs, der in Madrid gestartete Renfe-Zug fuhr mit rund 200 Passagieren nach Huelva. Die Ursache des Unfalls ist bislang unklar. Der Bahn-Experte Joan Carlos Salmerón betonte im Fernsehen, es könne einen Schaden am Gleis, einen Gegenstand auf den Schienen oder einen Fehler beim Zug selbst gegeben haben. Auf Luftaufnahmen waren die beiden verunglückten Züge zu sehen, die etwa 500 Meter voneinander entfernt zum Stehen gekommen waren.
Menschliches Versagen wurde ausgeschlossen. Auf dem Streckenabschnitt sei eine Höchstgeschwindigkeit von 250 erlaubt gewesen. Die Zugführer hätten bei mehr als 200 Kilometern pro Stunde keine Möglichkeit gehabt, rechtzeitig zu reagieren. Nur etwa 20 Sekunden nach dem Entgleisen der beiden Waggons sei der entgegenkommende Zug bereits in die Wagen gekracht. Im Fernsehen waren Unfallexperten zu sehen, die jedes Detail der Trümmer und der Gleise fotografierten und markierten.