Panorama

Fälle in Baden-Württemberg Auch Oberarzt mit Coronavirus infiziert

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Die Uniklinik Tübingen.

(Foto: picture alliance / dpa)

In Baden-Württemberg sind vier Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Unter ihnen ist auch ein Arzt der Uniklinik Tübingen. Er hatte seit dem Wochenende Kontakt zu anderen Medizinern.

In Baden-Württemberg haben sich drei weitere Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Bei zwei von ihnen handle es sich um bekannte Kontaktpersonen des ersten Patienten in dem Bundesland, teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums mit. Nach dpa-Informationen handelt es sich bei ihnen um die Reisebegleitung des Mannes aus dem Italienurlaub sowie deren Vater. Dieser ist Oberarzt in der Pathologie des Universitätsklinikums Tübingen, wie das Krankenhaus mitteilte. Der 60-Jährige soll seit dem Wochenende auch Kontakt zu anderen Medizinern gehabt haben - diese Kontakte seien vollständig erfasst. Es seien ein Dutzend Oberärzte getestet und "aus der Krankenversorgung rausgenommen worden", so die Klinikleitung. Sie seien unter Beobachtung. Der Zustand des 60-Jährigen und seiner Tochter ist demnach stabil.

Am frühen Abend wurde ein weiterer Fall bestätigt. Der 32-Jährige aus dem Landkreis Rottweil sei am Sonntag aus dem Risikogebiet in Italien eingereist und habe keine Verbindungen zu den bislang gemeldeten drei Patienten im Südwesten, teilte das Gesundheitsministerium in Stuttgart mit. Er habe sich nach seiner Rückkehr aus dem italienischen Codogno wegen der typischen grippeähnlichen Symptome beim örtlichen Gesundheitsamt gemeldet. Der Mann werde nun in einem Krankenhaus betreut und isoliert von anderen Patienten behandelt. Seine Ehefrau, die mit ihm gereist war, und sein Kind sind laut Ministerium negativ getestet worden.

Zwei Fälle in NRW bekannt

Am Dienstagabend war die Infektion eines 25-Jährigen im baden-württembergischen Landkreis Göppingen bekannt geworden - er ist der erste Infizierte in dem Bundesland. Vermutlich steckte er sich bei einer Italien-Reise in Mailand an. Zwei Tage nach den ersten Symptomen meldete er sich beim Gesundheitsamt. Dem Patienten gehe es gut, sagte Stefan Brockmann, der Leiter des LGA-Kompetenzzentrums Gesundheitsschutz. Nach offiziellen Angaben konnten alle 13 Kontaktpersonen des Mannes kontaktiert werden.

In Nordrhein-Westfalen sind inzwischen zwei Fälle bekannt. Dabei handelt es sich um ein Ehepaar aus dem Kreis Heinsberg, welches in der Uniklinik Düsseldorf untergebracht ist. Der Zustand des 47 Jahre alten Mannes ist nach Angaben des Gesundheitsministeriums kritisch. Er soll an einer Vorerkrankung leiden. Die Frau sei Erzieherin, weswegen alle Kinder aus dem Kindergarten sowie deren Eltern zu Hause bleiben müssen, sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann in Düsseldorf. Zudem habe das Ehepaar zwei eigene schulpflichtige Kinder. Bislang zeigten diese noch keine Symptome. Das Paar suchte außerdem den Angaben zufolge zwei Arztpraxen auf, der Mann sei in der Kölner Universitätsklinik gewesen. Unklar ist, wo sich das Ehepaar infiziert hat. Derzeit gibt es in NRW zwei Verdachtsfälle. Dabei handelt es sich um eine Mitarbeiterin der Uniklinik Köln sowie einen Soldaten der Bundeswehr.

In Deutschland waren schon vor einiger Zeit erste Infektionen mit Sars-CoV-2, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann, entdeckt worden: vor allem bei einer Firma in Bayern, aber auch bei Rückkehrern aus Wuhan in China. Diese Fälle führten jedoch bisher nicht zu weiteren bekannten Ansteckungen. Der Ursprung des neuartigen Virus liegt in der zentralchinesischen Provinz Hubei. Italien ist aktuell mit zehn Todes- und mehr als 300 Ansteckungsfällen der größte Infektionsherd mit dem neuartigen Coronavirus.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa/AFP