Panorama

Freigekratzt und abgeseiltAuch dritter Psychiatrie-Ausbrecher scheitert

30.09.2017, 13:08 Uhr
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Loch in der Außenfassade des Zentrums für Psychiatrie in Zwiefalten: Durch dieses Loch im zweiten Stock waren die Männer ausgebrochen, indem sie sich abseilten. (Foto: dpa)

Die Flucht war spektakulär, nun ist sie fehlgeschlagen: Wenige Tage nach dem Ausbruch dreier Straftäter aus einer Psychiatrie in Baden-Württemberg wird auch der dritte Ausbrecher gefasst. Den Männern war es gelungen, eine dicke Außenmauer zu durchbrechen.

Knapp eine Woche nach dem spektakulären Ausbruch dreier Straftäter aus der Psychiatrie im baden-württembergischen Zwiefalten ist der dritte Ausbrecher gefasst worden. Polizisten nahmen den 32 Jahre alten türkischen Staatsbürger am Freitagabend gegen 20.30 Uhr auf einer Autobahnraststätte in Rheinland-Pfalz fest.

Gestohlenes Auto, gestohlenes Kennzeichen

Er sei mit einem in Ödenwaldstetten gestohlenen Mercedes A-Klasse unterwegs gewesen, an welcher er zwischenzeitlich ebenso gestohlene Kennzeichen angebracht hatte, teilte die Polizei in Reutlingen mit. Er wurde noch in der Nacht in eine Vollzugsanstalt eingeliefert.

Bereits am Dienstagabend waren die beiden anderen Ausbrecher, ein 30-jähriger Grieche und ein 38-jähriger Italiener, nach einer Verfolgungsjagd in Esslingen festgenommen worden. Die drei Männer sind wegen Diebstahls und verschiedener Raubdelikte verurteilt und wurden wegen ihrer Drogen- und Alkoholabhängigkeit in der Klinik für forensische Psychiatrie in Zwiefalten behandelt.

Flucht wurde nur durch Zufall bemerkt

Sie waren vor gut einer Woche aus ihrem gemeinsamen Zimmer in der geschlossenen Abteilung ausgebrochen. Sie hatten die etwa 40 Zentimeter dicke Ziegelstein-Außenmauer des Zimmers von innen ausgehöhlt und dann mit einem Rammbock durchstoßen, den sie aus Bettkastenholz gebaut hatten. Durch das Wandloch seilten sie sich mit verknoteten Bettlaken aus dem zweiten Stock ab.

Die Flucht war nur durch Zufall bemerkt worden. Wie die "Bild"-Zeitung vor einigen Tagen berichtete, ging gegen 20.20 Uhr der Rauchmelder im Zimmer los. Grund: Aus der verbogenen Heizung war Wasserdampf nach oben gestiegen und hatte den Rauchmelder ausgelöst. Daraufhin wurde umgehend eine Großfahndung eingeleitet. Die Polizei fahndete mit Hubschrauber, Spürhunden und Dutzenden Beamten nach den Ausbrechern.

Quelle: abe/dpa

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