Korruptionsvorwürfe in BielefeldAusländeramt soll Aufenthaltsgenehmigungen verkauft haben

Im Bielefelder Ausländeramt sollen Mitarbeiter Geld für unbefristete Aufenthaltstitel genommen haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt zu 15 Verdachtsfällen. Die Beschuldigten sollen gegen Schmiergeld auch schnellere Termine vergeben haben.
Mitarbeiter der Ausländerbehörde Bielefeld stehen im Verdacht, gegen Geldzahlungen rechtswidrige Aufenthaltstitel erteilt zu haben. Die Staatsanwaltschaft ermittle daher wegen des Verdachts der Bestechlichkeit sowie Vorteilsgewährung, teilte ein Sprecher der Behörde mit. Der WDR hatte zuvor berichtet.
Laut Staatsanwaltschaft sollen zwei Mitarbeiter der Stadt Bielefeld zwischen September 2023 und April 2025 Geld dafür genommen haben, rechtswidrig sogenannte Niederlassungserlaubnisse auszustellen. Diese ermöglichen Fachkräften aus dem Ausland, die schon länger hier arbeiten, unter bestimmten Voraussetzungen einen unbefristeten Aufenthalt in Deutschland. Vereinzelt stehe auch der Vorwurf im Raum, dass sie gegen Geld schnellere Termine bei der Ausländerbehörde sowie Einsicht in dortige Akten vermittelt hätten.
Weitere Beschuldigte im Ermittlungsverfahren
Es ist den Angaben zufolge noch unklar, wie viel Geld insgesamt geflossen sein soll. Der WDR berichtet, dass in einem Fall 4.000 Euro für einen falschen Aufenthaltstitel gezahlt worden sein sollen.
Ermittelt wird auch gegen einen in ausländerrechtlichen Fragen für die Stadt tätigen Dolmetscher sowie gegen einen mutmaßlichen Empfänger eines gefälschten Aufenthaltstitels.
Im November und Dezember habe es im Zuge der Ermittlungen Durchsuchungsmaßnahmen in den Wohnungen und Büros der Beschuldigten gegeben, berichtete die Staatsanwaltschaft weiter. Die Auswertung der dabei sichergestellten Smartphones, Laptops und Unterlagen dauere an. Ein Beschuldigter sei inzwischen vernommen worden. Er habe die Vorwürfe bestritten.