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Sechs Geschwister gerettetAutofahrer sieht Kind barfuß in der Kälte und ruft die Polizei

10.01.2026, 07:49 Uhr
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Die Rettungskräfte finden weitere Geschwister in einem Haus in Menden.

Ohne Schuhe und leicht bekleidet in der Kälte: Ein Autofahrer schlägt Alarm, als ihm ein Kind auffällt. Nun befinden sich insgesamt sechs Geschwister in Obhut des Jugendamts.

Ein Kleinkind lief leicht bekleidet und barfuß bei klirrender Kälte in ein Haus im sauerländischen Menden. Ein Autofahrer sah das - und alarmierte die Polizei. Die fand in einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus fünf weitere Kinder im Alter zwischen zwei und elf Jahren in einem verwahrlosten Zustand. Ein Sprecher der Polizei im Märkischen Kreis sagte, es handele sich um jeweils drei Jungen und Mädchen.

Erziehungsberechtigte befanden sich zunächst nicht in der Wohnung, wie die Polizei mitteilte. Im Verlauf des Einsatzes sei die Mutter der Kinder zurückgekehrt. Bei der Durchsuchung der Wohnung im Stadtteil Lendringsen fanden die Beamten den Angaben zufolge Betäubungsmittel und stellten diese sicher. Es wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Verdachts der Kindeswohlgefährdung und des Besitzes von Betäubungsmitteln eingeleitet.

Keine Lebensgefahr, aber in Obhut des Jugendamts

Aufgrund des Gesundheitszustands der Kinder alarmierten die Polizisten den Rettungsdienst und schalteten das Jugendamt ein. Die Geschwister wurden in einem Krankenhaus versorgt.

Mendens Bürgermeisterin Manuela Schmidt verschaffte sich vor Ort ein Bild von der Lage und teilte am Abend mit: "Wichtig ist mir vor allem, dass die Kinder wohlauf sind und zu keiner Zeit in Lebensgefahr schwebten." Das Jugendamt der Stadt habe die Jungen und Mädchen begleitet, in Obhut genommen und untergebracht.

Mutter der Kinder befragt

Am Abend war die Mutter der Kinder befragt worden. Über Ergebnisse konnte die Polizeileitstelle des Märkischen Kreises aber noch keine Auskünfte erteilen. Sie sei erst später dazu gekommen, als der Einsatz schon lief, berichtete der Sprecher. Sicherheitshalber habe auch die Feuerwehr das Haus überprüft, aber keine Gefahren festgestellt.

Die Bürgermeisterin dankte den Einsatzkräften und vor allem "dem aufmerksamen Autofahrer, dem das Kind aufgefallen ist". Der Fall werde nun sorgfältig mit dem Jugendamt und in enger Abstimmung mit der Polizei geprüft und aufgearbeitet. Weitere Anfragen würden insbesondere zum Schutz der Minderjährigen und der zu wahrenden Persönlichkeitsrechte bis auf weiteres nicht beantwortet.

Quelle: ntv.de, jaz/dpa

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