Panorama

Bleibt Flughafen noch offen? BER-Chef zweifelt an Tegel-Schließung

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Am Flughafen Berlin-Tegel nimmt der Flugverkehr ganz langsam wieder zu. Stark genug, um doch noch länger am Netz zu bleiben?

(Foto: imago images/Jürgen Ritter)

Der neue Berliner Großflughafen darf nach unzähligen Verschiebungen endlich bald öffnen, dafür soll zunächst der Airport Tegel geschlossen werden. Die Politik bringt die umstrittene Entscheidung auf den Weg, der Flughafenchef aber hält sich ein Hintertürchen offen.

Ob der Berliner Flughafen Tegel wie geplant Mitte Juni vom Netz geht, steht nach Angaben der Betreiber noch immer nicht fest. Seit einigen Tagen belebe sich der Verkehr an den beiden Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld, sagte Geschäftsführer Engelbert Lütke Daldrup der "Berliner Morgenpost". Die Frage sei, ob diese Belebung anhalte. "Von mir wird es keine leichtfertige Schließungsentscheidung geben", sagte der Flughafenchef.

Nach dem Einbruch der Passagierzahlen wegen der Corona-Krise hatten die Gesellschafter Berlin, Brandenburg und der Bund vor zwei Wochen eingewilligt, Tegel im Juni vorübergehend vom Netz zu nehmen und nur noch in Schönefeld zu fliegen. Eine vorläufige Schließung des Flughafens Tegel wäre wohl gleichbedeutend mit dem endgültigen Aus. Bis zur geplanten Eröffnung des neuen Großflughafens BER am 31. Oktober kann der Flugbetrieb von einem Airport aus bewältigt werden. Das wäre der Flughafen Schönefeld.

"Verkehrliche Situation" entscheidet Tegels Schicksal

Abhängig ist das kurzfristige Schicksal Tegels aber von den Passagierzahlen. Zudem liegt nach Lütke Daldrups Angaben die Genehmigung der zuständigen Luftfahrtbehörde noch nicht vor. "In den letzten Tagen hatten wir zweieinhalb Prozent des normalen Verkehrs, wir waren auch schon auf ein Prozent runter", sagte Lütke Daldrup.

"Der gravierende Punkt ist die Frage, wie sich Mitte Juni die voraussichtliche verkehrliche Situation für die nächsten Wochen und Monate darstellt", sagte Lütke Daldrup der "Berliner Morgenpost". "Wir müssen jederzeit die Nachfrage der Airlines bedienen können – und das wollen wir auch."

Wieviele Passagiere in Schönefeld unter Corona-Bedingungen abgefertigt werden können, ist nicht klar. Deutsche Flughäfen bemühen sich den Angaben zufolge bei der Bundespolizei darum, die Sicherheitskontrollen wieder zu beschleunigen. Weil die Beamten Fluggäste nicht mehr berühren sollten, müssten sie teils mehrfach durch die Metalldetektoren laufen. "Es kann nicht sein, dass eine Sicherheitsspur nur 30 oder 35 Passagiere in der Stunde schafft." Normal seien mehr als 120.

Quelle: ntv.de, ter/dpa