Panorama

Fahrradfahrer müssen aussteigen Ostsee-Express hängt wegen Überfüllung fest

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Bahnhof Gesundbrunnen: Der RE 5 Richtung Ostsee ist zu voll.

(Foto: picture alliance/dpa)

Schwarzseher warnten vor einem Zusammenbruch des Bahnverkehrs durch das 9-Euro-Ticket. Doch auch am zweiten Wochenende bleibt der Kollaps aus. Ein Regio zur Ostsee muss allerdings wegen Überfüllung erst mal im Bahnhof warten. Fahrgäste mit Fahrrad müssen den Zug verlassen.

Am zweiten Wochenende mit 9-Euro-Ticket hat die Bahn von einem weitgehend regulären Verkehrsaufkommen berichtet. Der Bahnverkehr laufe stabil, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn am Nachmittag in Berlin. Es gebe allerdings das erwartbare Fahrgastaufkommen vor allem auf touristischen Strecken im ganzen Land.

In Berlin etwa konnte eine überfüllte Regionalbahn Richtung Ostsee am Vormittag am Bahnhof Gesundbrunnen erst mit Verspätung abfahren. Zunächst mussten Mitarbeiter der Bahn Fahrgäste zum Aussteigen auffordern. Betroffen davon waren auch Fahrgäste, die mit Fahrrädern unterwegs waren.

Die Rabattaktion hatte Anfang Juni begonnen. Das 9-Euro-Ticket soll Pendler unterstützen und außerdem helfen, neue Nutzer dauerhaft zum Umstieg auf den öffentlichen Nahverkehr zu bewegen. Über Pfingsten waren mehrere Regionalexpresslinien zur Ostsee verlängert worden, für die Ferien werden weitere Zusatzzüge geprüft, viele Reserven gibt es jedoch nicht. Mehrere Linien sind während der Aktion außerdem von Bauarbeiten betroffen.

Umfrage zum 9-Euro-Ticket: Zustimmung in Städten größer

Mehr als 40 Prozent aller erwachsenen Bundesbürger bewerten derweil das 9-Euro-Ticket laut einer Umfrage positiv. Dies hat eine repräsentative Befragung des Meinungsforschungsinstituts Civey unter 10.000 Bürgern im Auftrag der Eon-Stiftung ergeben. Demnach sehen 43 Prozent der befragten Bundesbürger die Einführung positiv, 38 Prozent sehen hier eine negative Maßnahme der Bundesregierung.

Vor allem in strukturschwachen und dünn besiedelten Regionen sei die Ablehnung des Tickets am größten. "So zählen zu den Landkreisen mit der geringsten Zustimmungsquote die Mecklenburgische Seenplatte, Ostfriesland oder Teile von Franken", erklärte ein Sprecher. In dicht besiedelten Regionen wie Hamburg, Berlin und dem Ruhrgebiet erfahre die Maßnahme hingegen deutliche Zustimmungswerte von über 50 Prozent der Befragten.

Der ebenfalls für drei Monate eingeführte Tankrabatt wurde hingegen nur von 6 Prozent der Befragten als die sinnvollste Maßnahme zur Reduktion von finanziellen Belastungen angesehen. Der Geschäftsführer der Eon Stiftung, Stephan Muschick, sprach im Zusammenhang der Umfrage-Ergebnisse von einer Spaltung bei den unterschiedlichen Mobilitätsbedürfnissen zwischen Stadt und Land. "Während Menschen in den Städten ihre Monatskarten für drei Monate geschenkt bekommen, kommt die gewollte Benzinpreis-Reduzierung auf dem Land nicht an."

(Dieser Artikel wurde am Samstag, 11. Juni 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, mau/dpa

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