Panorama

Für sechsstellige Summe verkauft Banksy in Nottingham aus Wand getrennt

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(Foto: dpa)

Ein richtiger Bansky ziert seit Oktober 2020 eine Hauswand im britischen Nottingham - bis heute Morgen. Seitdem ist das Graffiti verschwunden, verkauft für eine sechsstellige Summe. Das dürfte dem bekannten Street-Artist nicht gefallen, aber der Käufer sieht sich vielmehr als Retter der Kunst.

In Nottingham ist ein Werk des Street-Art-Künstlers Banksy an einen Galeristen verkauft und aus einer Hauswand herausgetrennt worden. Das erst im Oktober vergangenen Jahres aufgetauchte Bild eines Mädchens, das einen Fahrradschlauch als Hula-Hoop-Reifen benutzt, ist einem BBC-Bericht zufolge am Morgen von Spezialisten als Ziegelplatte aus der Wand eines Wohnhauses entfernt worden. Die Stelle wurde zunächst provisorisch abgedichtet und das Werk abtransportiert.

Galerist John Brandler sagte der BBC, er habe eine sechsstellige Summe für das Werk bezahlt und wolle dieses schützen und demnächst ausstellen. Unter einer Plastikabdeckung wie in Nottingham würde das Bild auf Dauer schimmeln und Schaden nehmen, so Brandler. Er sieht sich also eher als denjenigen, der das Kunstwerk vor dem Verfall bewahrt, und verteidigt den Kauf gegen Kritik. "Die Großen und Guten" der Stadt, zitiert die lokalen Zeitung "The Nottingham Post" den Galeristen, hätten die Gelegenheit nicht genutzt, um das Kunstwerk in Nottingham zu behalten. Brandler hatte zuvor bereits ein anderes Banksy-Werk erworben und von seinem Ursprungsort an einer Garage entfernen lassen.

Das Wandgemälde von Banksy wird nun in ein Museum in Bury St. Edmunds gebrach. Dort soll es laut Brandler nach einer Sonderausstellung zwischen Mai und September "einige Jahre" bleiben. Auf die Frage, warum das Kunstwerk nicht in Nottingham bleibt, antwortete der Galerist: "Weil mich niemand gefragt hat." Wenn jedoch jemand denke, dass es "einen Raum dafür gibt, warum nicht Nottingham", fügte Brandler noch hinzu.

Banksy gegen Kommerzialisierung von Kunst

Dem Zeitungsbericht zufolge will der Hausbesitzer die Erlöse des Verkaufs spenden. Unklar ist bislang die Haltung des Künstlers selbst zu dem Verkauf seines Werks. Banksy hatte sich in der Vergangenheit wiederholt gegen die Kommerzialisierung von Kunst und ihrer Präsentation in Museen und Galerien ausgesprochen - und seine Haltung bereits eindrucksvoll demonstriert wie bei einer Auktion im Oktober 2018: Nachdem für "Girl with Ballon" bei Sotheby's für über eine Million Pfund der Hammer gefallen war, zerstörte sich das berühmte Motiv durch einen im Rahmen versteckten Schredder vor den Augen des entsetzten Publikums im Auktionssaal.

Banksy-Fans äußern unter einem Bild-Post auf seiner Instagram-Seite ihren Unmut über den Verkauf und darüber, dass das Motiv jetzt aus Nottinghams Stadtbild verschwindet. Mit einem Post auf seiner Instagram-Seite bestätigte der aus Bristol stammende Künstler, dessen Identität unbekannt ist, in der Vergangenheit bereits mehrfach die Urheberschaft eines aufgetauchten Kunstwerks.

Ein Sprecher des Nottingham-Projekts, eine Initiative zur Verjüngung der britischen Stadt, kommentierte den Verkauf in dem Zeitungsartikel: "Obwohl wir respektieren, dass dies eine private Entscheidung des Hausbesitzers war, halten wir es für eine große Schande, dass die Stadt ihren Banksy verloren hat. Wir hoffen, dass dies den Künstler nicht davon abhält wiederzukommen."

Quelle: ntv.de, joh/dpa

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