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85 Millionen Euro fehlen Bau der Tschernobyl-Hülle kommt voran

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Zwei Arbeiter an der gigantischen Sarkophag-Konstruktion.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Nach der Geberkonferenz für den Bau einer neuen Schutzhülle für den havarierten Reaktor in Tschernobyl ist für die Beteiligten das Problem "vom Tisch". Doch fehlen noch immer 85 Millionen Euro und die Zeit drängt.

Der Neubau einer Schutzhülle um den 1986 explodierten Atomreaktor im ukrainischen Tschernobyl ist vorerst finanziert. Bei einer Geberkonferenz in London kamen zwar nur 530 der notwendigen 615 Millionen Euro zusammen. Die Verantwortlichen sind aber zuversichtlich, dass die Finanzierungslücke bald komplett geschlossen wird.

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Außenaufnahme des 100 Meter hohen Sarkophags.

(Foto: imago/ZUMA Press)

"Das Problem ist vom Tisch", sagte Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Bundesumweltministerium, im Anschluss an das Treffen. "Es ist jetzt absolut klar, dass die Arbeit in Tschernobyl weitergehen kann." Unter anderem hätten Russland und China Mittel zugesagt, ohne einen konkreten Betrag zu nennen, sagte Flasbarth, der als Vertreter der G7-Staaten sprach.

Die sieben führenden westlichen Industrienationen geben 95 Millionen Euro, weitere 70 Millionen Euro kommen von der EU-Kommission. Wie bereits zugesagt, übernimmt die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) mit 350 Millionen Euro den größten Teil. Weitere 15 Millionen Euro kommen von zahlreichen Ländern, darunter Dänemark, Österreich, Kuwait und Brasilien.

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Bau seit 1992

Der neue Sarkophag soll die bisherige, einsturzgefährdete Schutzhülle aus Beton ersetzen. Bereits seit 1992 baut ein internationales Konsortium an der gigantischen, über 100 Meter hohen, 250 Meter langen und rund 2,1 Milliarden Euro teuren Konstruktion, die eigentlich schon in diesem Jahr auf Schienen über die Reaktorruine geschoben werden soll.

Nachdem am 26. April 1986 der Druckröhrenreaktor wegen einer Technikpanne explodiert war, hatten Soldaten eilig Tausende Tonnen Beton in die Ruine geschüttet. Feuchtigkeit und ein leichtes Erdbeben setzen dem Provisorium zu. Bereits 1997 hatten die G7-Staaten deshalb den Aufbau eines Fonds vereinbart, um einen Neubau zu finanzieren. Er soll im November 2017 fertig werden und die Umgebung rund 100 Jahre lang vor Strahlung schützen. An dem Projekt sind rund 40 Länder auf unterschiedliche Weise beteiligt.

Am Vortag zur Geberkonferenz war in der Nähe des Atomkraftwerks aus bisher ungeklärten Gründen ein Waldbrand ausgebrochen. Das Feuer sei aber "beinahe gelöscht", sagte der ukrainische Umweltminister Ihor Schewtschenko, der ebenfalls an der Londoner Konferenz teilnahm. "Alles dort ist sicher und unter Kontrolle." Der Wind wehe vom Atomkraftwerk weg, es werde keine erhöhte Strahlung gemessen.

Quelle: n-tv.de, bdk/dpa

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