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Nach jahrelanger Diskussion Bau von Einheitsdenkmal kann beginnen

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Der Entwurf des geplanten Berliner Einheitsdenkmals zeigt die 50 Meter lange begehbare Wippe.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Bau des Einheitsdenkmals in Berlin steht lange auf der Kippe. Nun bewilligt der Bund doch die Gelder für das umstrittene Denkmal, das vor dem Stadtschloss entstehen soll.

Der Weg für den Bau des Berliner Einheitsdenkmals ist frei: Der Haushaltsausschuss des Bundestages bewilligte Mittel in Höhe von 17,1 Millionen Euro, wie CDU-Kulturstaatsministerin Monika Grütters mitteilte. Nunmehr soll mit dem Bau zügig begonnen werden. Das geplante Denkmal in Form einer begehbaren Wippe soll in zwei Jahren, bis zum 30. Jahrestag der Einheit, fertiggestellt werden.

Das Bauwerk in Form einer 50 Meter langen, begehbaren Schale soll nahe des neu aufgebauten Stadtschlosses entstehen und an die friedliche Revolution von 1989 und die Wiedervereinigung 1990 erinnern. Entworfen wurde das Projekt von dem Stuttgarter Architekten Johannes Milla und der Choreographin Sasha Waltz. Sie stieg wegen Meinungsverschiedenheiten über die Umsetzung allerdings aus dem Projekt aus.

Um das Vorhaben wird seit Langem gerungen. Nach der Grundsatzentscheidung für ein Einheitsdenkmal aus dem Jahr 2007 waren zwei Wettbewerbe erforderlich, bis schließlich die Einigung auf die "Einheitswippe" zustande kam. Erst kürzlich war die Baugenehmigung für das Projekt verlängert worden.

"Mit der Bestätigung des Konzeptes können wir nun mit der konkreten Umsetzung beginnen", erklärte Grütters. "Mit dem Denkmal wollen wir die friedliche Revolution in der DDR würdigen, die sich im kommenden Jahr zum 30. Mal jährt." Diese Würdigung hätten die Menschen, die das SED-Regime unblutig gestürzt und die Deutsche Einheit möglich gemacht haben, "mehr als verdient".

Wegen der Verzögerung lässt sich die Fertigstellung zum 30. Jahrestag des Mauerfalls am 9. November 2019 nicht mehr erreichen, wie Grütters betonte. Nunmehr soll es am 3. Oktober 2020 eingeweiht werden. SPD-Bundestagsvizepräsident Thomas Oppermann begrüßte den Beschluss des Haushaltsausschusses. "Mit der Freigabe der Mittel ist endlich die letzte Hürde überwunden", sagte er. Die friedliche Revolution im Herbst 1989 sei "so einzigartig, dass sie ein solches Denkmal verdient". Der Mut und die Gewaltlosigkeit der DDR-Bürger, sei zum "wertvollen Teil unserer Demokratiegeschichte geworden".

Quelle: n-tv.de, nen/AFP

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