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"Vermisstensuche ist beendet"Behörden haben alle Leichen nach Hauseinsturz in Görlitz geborgen

21.05.2026, 20:20 Uhr
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Einsatzkraefte-von-Feuerwehr-und-Technischem-Hilfswerk-arbeiten-in-den-Truemmern-eines-eingestuerzten-Gebaeudes-Das-Haus-ist-am-18-05-2026-eingestuerzt-Retter-suchen-noch-nach-Vermissten-Als-Ursache-wird-eine-Gasexplosion-vermutet
Einsatzkräfte an der Unglücksstelle. (Foto: picture alliance/dpa/Polizei Görlitz)

Die Suche in den Trümmern des eingestürzten Hauses in Görlitz gestaltet sich für die Rettungskräfte schwierig. Erst nach mehreren Tagen werden die Leichen der Vermissten entdeckt. Die Unglücksursache ist weiterhin nicht abschließend geklärt.

Vier Tage nach dem dramatischen Hauseinsturz in der sächsischen Stadt Görlitz sind in den Trümmern auch die Leichen der beiden letzten noch Vermissten gefunden worden. Am Abend stießen die Einsatzkräfte auf den Körper eines Mannes. Es handle sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um den vermissten 48-Jährigen, sagte ein Polizeisprecher. Der Tote werde nun in der Rechtsmedizin untersucht. "Die Vermisstensuche ist jetzt beendet", sagte der Sprecher.

Stunden zuvor war die Leiche einer 26-Jährige aus Rumänien gefunden worden. Deren Leiche wurde demnach im vorderen Teil des eingestürzten Hauses geborgen. In der Nacht hatten die Einsatzkräfte bereits die Leiche der vermissten 25 Jahre alten rumänischen Touristin gefunden.

Das Haus, in dem sich laut Polizei Miet- und Ferienwohnungen befanden, war am Montagabend aus bislang ungeklärter Ursache eingestürzt. Nach den drei Vermissten hatten die Einsatzkräfte unermüdlich unter anderem auch mit Spürhunden gesucht, teils arbeiteten sich die Einsatzkräfte auch mit Schaufeln und bloßen Händen durch den Trümmerberg.

Beim Bergen von Trümmerteilen waren auch mehrere Radlader, Bagger und Kräne im Einsatz. Die Belastung für die Einsatzkräfte selbst war hoch. Es gebe viel Staub, die ganze Zeit müsse mit Schutzmasken gearbeitet werden, sagte der Sprecher der THW-Einsatzleitung Daniel Hofmann.

Unglücksursache nicht klar

Die genaue Ursache des Unglücks in der Stadt im Osten Sachsens steht nach wie vor nicht fest. "Aber es sieht nach einer Gasexplosion aus", sagte der Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu. Wenige Stunden nach dem Zusammensturz des Gründerzeithauses wurde nach Polizeiangaben ein Gasleck gefunden.

Görlitz ist die östlichste Stadt Deutschlands. Sie liegt in der sächsischen Oberlausitz direkt an der Neiße und hat 57.000 Einwohner. Seit 1998 bildet Görlitz zusammen mit der östlich gelegenen polnischen Nachbarstadt Zgorzelec eine grenzüberschreitende Europastadt. Wegen der historischen unzerstörten Altstadtkulisse ist die Stadt auch ein gefragter Drehort für internationale Filmproduktionen. Das eingestürzte Gründerzeithaus stand in der James-von-Moltke-Straße in der Nähe des Görlitzer Bahnhofs.

Quelle: ntv.de, rog/dpa

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