Panorama

Großputz nach dem Jubiläum Bei Goethe wird renoviert

232387295.jpg

"Ein neues Haus, ein neuer Mensch", wusste der Großdichter bereits. In Weimar wird das Goethe-Haus ab 2026 saniert.

(Foto: picture alliance/dpa)

Ein halbes Jahrhundert wohnte Goethe im Haus am Frauenplan in Weimar. Nach dem Festjahr 2025 schließt das Museum dann für zwei Jahre - und wird generalüberholt. Doch auch an anderen Orten der Klassiker-Stadt wird intensiv gewerkelt.

Bis zu seinem Tod 1832 lebte und arbeitete Johann Wolfgang von Goethe in einem Haus am Frauenplan in der Weimarer Innenstadt. Ab 2026 soll das zum Unesco-Welterbe zählende Gebäude mit originalen Einrichtungs- und Sammlungsgegenständen saniert werden. Geschlossen bleibt das Wohnhaus voraussichtlich bis 2028. Für diese Zeit soll es aber alternative Angebote für Besucher geben, teilte die Klassik Stiftung Weimar mit. Zuvor soll das Haus aber bis einschließlich des Goethe-Jubiläumsjahrs 2025 noch geöffnet bleiben, wie Stiftungspräsidentin Ulrike Lorenz sagte.

Der Dichter kam 1775 in Weimar an. 1782 bezog er dann für 50 Jahre das Haus am Frauenplan in der Innenstadt. Inzwischen ist es Teil des Ensembles Goethe-Nationalmuseum. Bücher, original Möbelstücke und Objekte aus Goethes eigenen Sammlungen sind dort noch zu sehen. Eine bald abgeschlossene Machbarkeitsstudie soll die Grundlage für bauliche Arbeiten und für eine museale Neukonzeption liefern. "Es geht etwa um die Frage der barrierefreien Erschließung", sagte die neue Projektleiterin des Goethe-Nationalmuseums, Petra Lutz. So stünden schwierige Abwägungen bevor: etwa, ob es mit Blick auf die Denkmalsubstanz einen Fahrstuhl geben kann, und Informationsmedien fest installiert werden können.

Von größeren Überraschungen bei den Sanierungsarbeiten gehen die Fachleute zunächst nicht aus. "Wir erwarten erst einmal keine außergewöhnlichen schwerwiegenden Schäden und Fehler", sagte Reimar Frebel von der Bau-Abteilung der Stiftung. Aber es gebe einen Instandsetzungsrückstau, der nur mit geschlossenem Haus nachhaltig anzugehen sei. Ziel sei es, nach der Schließung Besucher wieder für nächsten Jahrzehnte zeitgemäß empfangen zu können.

Stadtschloss restauriert

Zudem soll der Eingangsbereich des historischen Stammhauses der Herzogin Anna Amalia Bibliothek umgestaltet und etwa für in ihrer Mobilität eingeschränkte Menschen besser nutzbar werden. Der Renaissance-Saal soll zu einem Ausstellungsraum werden. Ab Anfang 2022 soll dort die neue Schau "Cranachs Bilderfluten" mit Objekten der bedeutenden Maler Lucas Cranach des Älteren und des Jüngeren.

Die Arbeiten für ein spezielles Großprojekt der Stiftung haben schon länger begonnen: Das Stadtschloss am Ufer der Ilm ist die ehemalige Residenz der Herzöge Sachsen-Weimar und Eisenach und heute auch der Verwaltungssitz der Stiftung. Etappenweise sollen Bauarbeiten und ein damit einhergehendes neues Gesamtnutzungskonzept für das Schloss bis 2030 abgeschlossen sein. So soll das Schloss etwa für Bildungsangebote, Diskussionsrunde und Ausstellungen geöffnet werden.

Corona fördert Digitalisierung

Mehr zum Thema

Die Klassik Stiftung Weimar zählte zuletzt etwa 420 Mitarbeiter und gehört zu den größten Kulturstiftungen Deutschlands. Der Bund, Thüringen und die Stadt Weimar sind die institutionellen Geldgeber. Sie betreut zahlreiche Museen, Schlösser, Parks, Literatur- und Kunstsammlungen. 12 Unesco-Welterbestätten gehören dazu. Thematisch umfasst ihre Arbeit vor allem das klassische Weimar rund um die Dichterfürsten Goethe und Schiller, aber etwa auch das Erbe der in Weimar gegründeten Kunst- und Designschule Bauhaus.

Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen zeitweisen Schließungen der Besuchereinrichtungen führten auch bei der Stiftung zu einem drastischen Rückgang der Besucherzahlen: Während 2019, als das neue Bauhaus-Museum eröffnet wurde, rund 1,02 Millionen Gäste gezählt wurden, waren es im vergangenen Jahr nur rund 340.000. Allerdings habe die Pandemie die Entwicklung von Online-Angeboten befördert. So seien etwa über die sozialen Netzwerke wie Facebook und Instagram viele Nutzer erreicht worden, sagte Sprecher Franz Löbling. Neue Formate wurden eingeführt und die eigene App der Stiftung erweitert.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.