Homosexuelle in Videos gequältBekannter russischer Neonazi ist tot

Bekannt wurde er durch eine Selbstjustiz-Kampagne namens "Occupy Pädophilia". Dafür lockte der Russe Maxim "Tesak" Marzinkewitsch Schwule zu vermeintlichen Treffen mit minderjährigen Jungen und filmte Angriffe auf sie. Jetzt wird der 33-Jährige leblos in seiner Gefängniszelle aufgefunden.
Ein wegen Angriffen auf Homosexuelle und Drogendealer bekannter und inhaftierter russischer Neonazi ist tot. Maxim "Tesak" (Beil) Marzinkewitsch sei am Morgen in seiner Gefängniszelle gefunden worden, teilte die Behörden der Region Tscheljabinsk mit. Reanimations-Versuche seien gescheitert. Die Behörden gingen davon aus, dass sich der 36-Jährige das Leben nahm.
Marzinkewitsch hatte früher rechtsextreme Jugendgruppen geleitet und mit Hakenkreuzen posiert. Er wurde mit einer Selbstjustiz-Kampagne namens "Occupy Pädophilia" bekannt, für die er Schwule in Treffen mit minderjährigen Jungen lockte und Angriffe gegen sie auf Video aufnahm. Wie queer.de berichtet, wurden Opfer der Bewegung von Marzinkewitsch erst geschlagen und getreten. Dann wurden einige von ihnen vor laufender Kamera teilweise rasiert, mit Farbe übergossen, bemalt und mussten mit Dildos posieren.
Wegen einer ähnlichen Kampagne gegen mutmaßliche Drogen-Dealer war er 2017 wegen des Todes eines seiner Opfer zu einer zehnjährigen Haftstrafe verurteilt worden, nachdem er bereits 2014 wegen extremistischer Videos ins Gefängnis musste. Bei den Aufnahmen kamen auch Elektroschocker, Reizgas und Metallrohre zum Einsatz.
Laut einem Kanal mit seinem Namen beim Online-Dienst Telegram sollte der 36-Jährige dennoch im Mai 2021 freigelassen werden. Sein Anwalt sagte dem russischen Staatssender RT, Marzinkewitsch habe von Drohungen von Sicherheitsbeamten berichtet. Diese hätten ihn dazu bewegen wollen, weitere Verbrechen einzugestehen und ihm gesagt, dass weitere Ermittlungen gegen ihn laufen würden.