Panorama

"Es ist ein Desaster" Belgien kämpft mit zerstörerischen Flutfolgen

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Regierungschef De Croo und von der Leyen besuchten am Samstag zunächst die Gemeinde Rochefort in der Provinz Namur.

(Foto: imago images/Belga)

Auch Belgien ist von heftigen Überschwemmungen betroffen. 27 Menschen kommen ums Leben, etliche werden vermisst. Mittlerweile beginnt das Land schon wieder mit den Aufräumarbeiten. Doch das Ausmaß der Zerstörung ist groß, der Lütticher Bürgermeister spricht von einem "Desaster".

Nach den heftigen Überschwemmungen im Osten Belgiens ist nach und nach das ganze Ausmaß der Zerstörung sichtbar geworden. Die Zahl der bestätigten Todesopfer steigt auf 27. Das Nationale Krisenzentrum des Landes teilte mit, dass noch über 100 Menschen vermisst würden. Regierungschef Alexander De Croo und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen besuchten die betroffenen Gebiete, wo die Aufräumarbeiten anliefen.

Im Lütticher Stadtteil Angleur wurde in der Nacht zum Samstag mindestens eine weitere Leiche geborgen. Neue Angaben zu Vermissten machten die Behörden aber nicht. Aufgrund von Stromausfällen und Störungen der Telefonnetze sei es zu schwierig, die Menschen zu erreichen, sagte ein Sprecher des belgischen Krisenzentrums.

Nach tagelangem Starkregen waren die dicht besiedelten Täler der Maas-Region ab Donnerstag überschwemmt worden. Als am Samstag der Regen nachließ, hinterließen die zurückweichenden Wassermassen ein Bild der Zerstörung in rund 120 belgischen Gemeinden. In Angleur hatten zahlreiche Häuser unter Wasser gestanden, mindestens zwei Menschen starben. Verbeulte und teils zwischen Mauern eingekeilte Autos zeugten noch von der Gewalt der Wassermassen.

"Es gibt noch immer keinen Strom"

Anwohner stapelten durchnässte Möbel auf den Gehwegen, pumpten das restliche Wasser aus den Kellern und beseitigten Wasserlachen in den Erdgeschossen. "Ich weiß noch nicht, wann ich meinen Salon wieder öffnen kann", sagte der Friseur John Theunis. Das Ladenlokal des 33-Jährigen hatte voll Wasser gestanden. "Es gibt noch immer keinen Strom und ich kann alles wegschmeißen."

Regierungschef De Croo und von der Leyen besuchten am Samstag zunächst die Gemeinde Rochefort in der Provinz Namur. Anschließend wurden sie in Pepinster in der Provinz Lüttich erwartet. Allein dort starben rund ein Dutzend Menschen in den Wassermassen. "Es ist ein Desaster, ein Tsunami", sagte Bürgermeister Philippe Godin.

De Croo und von der Leyen sprachen mit betroffenen Anwohnern, Notfallhelfern und örtlichen Behördenvertretern. Am Nachmittag war zudem ein Besuch in Eupen, der Hauptstadt des deutschsprachigen Landesteils, sowie in Maaseik in Flandern geplant. De Croo hat für Dienstag einen nationalen Trauertag ausgerufen.

Quelle: ntv.de, can/AFP

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