Überwachungsaufnahmen im FokusBericht: Video zu angeblichem Treffen mit Entführern belastet Christina Block

Seit Juli muss sich Christina Block vor dem Landgericht Hamburg verantworten. Der Unternehmerin wird vorgeworfen, die Entführung ihrer Kinder beauftragt zu haben, was sie jedoch bestreitet. Doch laut einem Bericht wird sie durch neue Ermittlungen schwer belastet.
Im Prozess gegen Christina Block rückt erneut ein angebliches Treffen der Angeklagten mit den mutmaßlichen Entführern ihrer Kinder in den Mittelpunkt. Laut einem Bericht des "Spiegels" wertete die Hamburger Polizei erneut Überwachungsaufnahmen aus dem Hotel "Grand Elysée" aus. Diese zeigten, dass Block das der Familie gehörende Hotel am 28. Dezember 2023 mit einer Tüte betreten und ohne die Tüte wieder verlassen habe.
Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft bestätigte, dass der Strafkammer am Landgericht kürzlich Aufnahmen aus der Videoüberwachung übermittelt worden seien. Zum Inhalt der Aufnahmen äußerte sich die Sprecherin nicht.
Nach Angaben eines geständigen israelischen Mitangeklagten hatten sich die Entführer an jenem Tag mit Christina Block getroffen. Es sei den Männern am 28. Dezember darum gegangen, zu "verifizieren, dass der Auftrag von der Kindesmutter erteilt wird", hatte der Verteidiger des 36-Jährigen im März vor Gericht gesagt. Der Verteidiger von Christina Block, Ingo Bott, hatte erklärt, dass es ein solches Treffen am 28. Dezember nie gegeben habe.
Der Hamburger Unternehmerin wird vorgeworfen, eine israelische Sicherheitsfirma beauftragt zu haben, zwei ihrer Kinder vom Wohnort ihres Ex-Manns in Dänemark zu entführen. Der damals zehnjährige Junge und das 13-jährige Mädchen waren in der Silvesternacht 2023/24 gewaltsam nach Süddeutschland gebracht worden. Ihre Mutter holte sie von dort nach Hamburg. Die Tochter des Gründers der Steakhaus-Kette "Block House", Eugen Block, bestreitet, den Auftrag zur Entführung erteilt zu haben.
"Kleidung und Teddybären mitgegeben"
David Barkay, der mutmaßliche Chef der Entführer aus Israel, hat als Zeuge ausgesagt, bei dem Treffen im "Grand Elysée" habe sie seinem Team Kleidung und einen Teddybären mitgegeben. Der Grund: Die Kinder sollten gleich wissen, dass das Team in ihrem Namen handele.
Barkay soll eigentlich weiter als Zeuge gehört werden, ebenso wie andere Beschuldigte aus Israel. Die für das Verfahren entscheidenden Vernehmungen können aber wegen des Iran-Kriegs derzeit nicht stattfinden. Der Prozess wird am Montag mit der Vernehmung einer Kriminalbeamtin fortgesetzt.
In dem Fall geht es um einen jahrelangen Sorgerechtsstreit um die beiden jüngsten Kinder von Christina Block und ihrem Ex-Mann Stephan Hensel. Nach der Trennung von Block und Hensel im Jahr 2014 lebten alle vier gemeinsamen Kinder bis 2021 bei der Mutter. Im Sommer 2021 zog die älteste Tochter zu ihrem Vater. Die beiden jüngsten Kinder kehrten von einem vereinbarten Besuch beim Vater in Dänemark im August 2021 nicht zurück.