23 Verletzte in FrankfurtBericht legt möglichen Grund für Boeing-Unfall offen

Anfang Juni klappt plötzlich das vordere Fahrgestell einer geparkten Boeing-Maschine ein. 23 Menschen werden verletzt. Ein Bericht untersucht die Ursache - und kommt zu einem vorläufigen Ergebnis: Ein kleines Detail könnte zu dem Unfall geführt haben.
Beim Unfall eines Dreamliners vom Flugzeughersteller Boeing am Frankfurter Airport Anfang Juni war ein Verriegelungsstift für das Bugfahrwerk nicht eingesteckt. Die technische Vorrichtung habe sich nicht in der vorgesehenen Bohrung befunden, sondern in einer Aufbewahrungskiste im vorderen Frachtraum, teilte die zuständige Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) am Donnerstag in ihrem Zwischenbericht mit. Als das Flugzeug einknickte und mit der Nase auf den Boden schlug, wurden 21 Personen leicht und 2 schwer verletzt. Passagiere waren zum Unfallzeitpunkt noch nicht an Bord.
Die Boeing B787-9 der Lufthansa wurde am 4. Juni auf einer Parkposition am Terminal für einen Langstreckenflug nach Los Angeles vorbereitet. Im Flugzeug befanden sich den Angaben zufolge 28 Personen, darunter Techniker, Besatzung und Bodenpersonal, als das Bugfahrwerk unerwartet einfuhr. Außerhalb waren sechs weitere Personen unmittelbar beteiligt. "Das Luftfahrzeug prallte mit dem Bug sowie beiden Triebwerksverkleidungen auf dem Betonboden auf", hieß es. Die Maschine war erst Anfang 2026 in Dienst gestellt worden und hatte bis zum Unfall lediglich 137 Flüge absolviert, berichtet die "Bild"-Zeitung.
Nach den bisherigen Erkenntnissen weist auch das Wartungshandbuch von Boeing ausdrücklich darauf hin, dass die Verriegelungsstifte vor einem solchen Test eingesetzt werden müssen, so die "Bild". Ob der fehlende Stift tatsächlich zum Unfall führte, lässt die BFU jedoch ausdrücklich offen.
Die BFU mit Sitz in Braunschweig erklärte, die Untersuchung des Unfalls sei noch nicht abgeschlossen. Erst im Abschlussbericht werde es eine Analyse der Fakten geben, Schlussfolgerungen und eine Benennung der Ursachen für den Unfall. Dieser Bericht sei in etwa einem Jahr zu erwarten.