Panorama

Illegales Rennen vermutet Berliner Horror-Crash fordert zwei Todesopfer

231009828.jpg

Das Fahrzeug ging in Flammen auf.

(Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress)

In Berlin kommt ein Wagen von der Fahrbahn ab, kollidiert mit einem Container und wird auseinandergerissen. Zwei junge Mitfahrer sterben, einer wird schwer verletzt. Auch der mutmaßliche Fahrer überlebt. Er wird noch im Krankenhaus festgenommen. Die Ermittler legen ihm ein illegales Autorennen zur Last.

Bei einem schweren Unfall in Berlin ist ein mit vier Personen besetztes Auto mit solcher Wucht gegen einen Baucontainer in Berlin-Treptow gekracht, dass es zerriss und in Flammen aufging. Bei dem Horror-Crash am späten Dienstagabend starben zwei junge Männer, einer davon sofort, ein anderer später in einer Klinik. Ein weiterer Mann wurde verletzt, er liegt mit schwersten Brandverletzungen im Krankenhaus. Zunächst hatten Polizei und Staatsanwaltschaft mitgeteilt, auch dieser Mann sei gestorben. Später korrigierten sie ihre Angaben und baten um Entschuldigung.

230989995.jpg

Das Unglück ereignete sich im Stadtteil Treptow.

(Foto: picture alliance/dpa)

Auch der mutmaßliche Fahrer überlebte den Unfall. Der 21-Jährige sei im Krankenhaus festgenommen worden, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei mit. Ihm werden fahrlässige Tötung und ein illegales Autorennen zur Last gelegt. In Untersuchungshaft muss er allerdings nicht. Der Haftrichter am Bereitschaftsgericht habe den Antrag wegen Zweifeln am dringenden Tatverdacht und wegen fehlender Haftgründe abgelehnt, teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit. "Wir prüfen, ob wir dagegen Beschwerde einlegen", hieß es weiter.

"Das war ein solches Verstörungsbild", sagte Dennis Passlack von der Berliner Feuerwehr. Es gab ein Autowrack und einen Toten im Wagen. "Drei Verletzte lagen auf dem Gehweg." Rund 80 Kräfte seien im Einsatz gewesen.

Zwischen 19 und 21 Jahren

Für die Ermittler stellte sich der Anfang des Horror-Unfalls laut Mitteilung bislang so dar: Der Wagen mit vier Insassen im Alter zwischen 19 und 21 Jahren raste auf der Straße entlang. Der Fahrer verlor vor einer Einmündung die Kontrolle über das Auto und krachte mit großer Wucht gegen Straßenbäume, bevor das Fahrzeug zerbarst und ausbrannte. Einer der Mitfahrer erlitt schwerste Brandverletzungen, er starb am Mittwochvormittag in einer Klinik. Laut Polizei hatte ein Fußgänger den Unfall beobachtet. Er habe einen Schock erlitten und musste betreut werden, sagte Feuerwehrsprecher Passlack.

230990079.jpg

Dutzende Einsatzkräfte mussten ausrücken.

(Foto: picture alliance/dpa)

Autorennen sind in der Hauptstadt keine Seltenheit. Von Oktober 2017 bis Oktober 2020 wurden nach damaligen Angaben des Berliner Strafermittlers Andreas Winkelmann 1500 Strafverfahren - auch gegen Unbekannt - eingeleitet. 300 Raser seien rechtskräftig verurteilt worden. Nach Erfahrungen des Ermittlers sind es meist junge Männer zwischen 20 und 35 Jahren, die hochmotorisierte Wagen mieteten und nicht daran denken würden, bei einem "Stechen" erwischt zu werden oder andere zu gefährden.

Viele Rennen auf meist kurzen Strecken würden nachts oder am Wochenende ausgetragen. Im Oktober 2017 wurden illegale Autorennen von einer Ordnungswidrigkeit zur Straftat hochgestuft. Seitdem kann schon die Teilnahme an solchen Rennen mit bis zu zwei Jahren Haft geahndet werden. Zuvor gab es nur Geldbußen. Der neue Paragraf 315d im Strafgesetzbuch sieht zudem bis zu zehn Jahre Gefängnis vor, wenn durch ein "verbotenes Kraftfahrzeugrennen" der Tod eines anderen Menschen verursacht wird.

Quelle: ntv.de, mli/mdi/dpa/AFP

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.