Panorama

Drogenspritzen in DienstpostBerliner Polizisten mit Hepatitis C angesteckt

27.09.2017, 18:57 Uhr
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Gebrauchte Spritzen in einem Druckraum. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Etwa zur Dokumentation werden innerhalb der Polizei mitunter beschlagnahmte Drogenspritzen verschickt. In Berlin werden diese offenbar so schlecht verpackt, dass sich Beamte verletzen - und mit Hepatitis C anstecken.

Update 28. September: Die Berliner Polizei hat frühere Angaben korrigiert, wonach sich Mitarbeiter an beschlagnahmten Drogenspritzen mit Hepatitis C infiziert haben. Seit 2005, dem Beginn der statistischen Erfassung, seien keine derartigen Fälle bekannt, teilt die Polizei nun mit.

Berliner Polizisten haben beschlagnahmte Drogenspritzen unzureichend geschützt mit der Dienstpost verschickt. Mehrere Kollegen infizierten sich daraufhin mit Hepatitis C. Es habe "folgenschwere Hepatitis-C-Erkrankungen im Kollegenkreis" gegeben, die aus dem Griff in die Post resultierten, zitierte die "Berliner Morgenpost" aus einer Mitarbeiter-Broschüre der Polizei.

Ein Polizeisprecher sagte, es handle sich um Einzelfälle - Zahlen nannte er nicht. Hepatitis C ist eine Leberentzündung, die schwere und chronische Verläufe nehmen kann.

Bereits im Mai 2017 seien Mitarbeiter in einem internen Schreiben auf die Gefahr aufmerksam gemacht worden, sagte der Polizeisprecher. Er betonte, die Spritzen seien eigentlich so zu verpacken, dass weder von der Nadelspitze noch von enthaltenen Flüssigkeiten Gefahr ausgehen könne.

Ob den Absendern in der Vergangenheit dafür kein geeignetes Verpackungsmaterial zur Verfügung stand oder ob sie sich der Gefahr nicht bewusst waren, ist unklar. Der Versand von Spritzen, etwa zu Dokumentationszwecken, sei selten, sagte der Sprecher.

Hepatitis C wird in erster Linie durch Blut-zu-Blut-Kontakt übertragen. Das Infektionsrisiko durch Stichverletzungen mit kontaminierten Kanülen beträgt nach Angaben des Robert Koch-Instituts im Durchschnitt weniger als ein Prozent. Nach Schätzungen leben in Deutschland 250.000 Infizierte. Drogenkonsumenten zählen zu den besonders von Hepatitis C betroffenen Gruppen.

Quelle: mli/dpa

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