Panorama

Normalzustand bis Ende 2021?Biontech-Gründer prophezeit "harten Winter"

15.11.2020, 22:17 Uhr
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Biontech war im Jahr 2008 von Sahin, seiner Frau Özlem Türeci und dem österreichischen Krebsforscher Christoph Huber gegründet worden. (Foto: picture alliance/dpa)

Der von Biontech entwickelte Impfstoff ist einer der Hoffnungsträger im Kampf gegen die Corona-Pandemie - doch auf den jetzt bevorstehenden Winter hat das Vakzin noch keine Auswirkung. Mitgründer Sahin rechnet deswegen auch erst Ende 2021 mit der Rückkehr zu einem Normalzustand.

Der Mitgründer des Impfstoffentwicklers Biontech, Ugur Sahin, rechnet mit einer Rückkehr zur Normalität bis Winter 2021. Dafür sei es aber "absolut essenziell", eine hohe Impfquote gegen das Coronavirus vor dem Herbst zu erreichen, sagte er dem britischen Fernsehsender BBC. Er sei aber optimistisch, dass dies gelingen könnte.

Der von Biontech und dem US-Pharmariesen Pfizer entwickelte Impfstoff ist einer der Hoffnungsträger im Kampf gegen die Pandemie. Unternehmenschef Sahin kündigte an, den entwickelten Impfstoff bereits ab Ende dieses Jahres oder Anfang 2021 auszuliefern - "wenn alles gut geht", fügte er hinzu. Er sprach allerdings von einem "harten Winter" und verwies darauf, dass bald fertig entwickelte Impfstoffe noch keine große Auswirkung auf die jetzige kalte Jahreszeit hätten. Biontechs Ziel sei es jedoch, mehr als 300 Millionen Dosen bis April zu liefern: "Das könnte schon einen Effekt haben", sagte Sahin.

Das Mainzer Unternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer hatten in der vergangenen Woche weltweit mit der Mitteilung für Schlagzeilen gesorgt, dass in der laufenden klinischen Prüfung eine Wirksamkeit ihres Impfstoffkandidaten von mehr als 90 Prozent festgestellt worden sei. Biontech war im Jahr 2008 von Sahin, seiner Frau Özlem Türeci und dem österreichischen Krebsforscher Christoph Huber gegründet worden.

Vor zwei Jahren schloss das Unternehmen eine Kooperationsvereinbarung mit Pfizer, die im März dieses Jahres angesichts der Corona-Pandemie auf die Suche nach einem Impfstoff ausgeweitet wurde. Für die Forschungen erhielt Biontech Hilfen der Bundesregierung in Höhe von 375 Millionen Euro.

Kurz nach der Ankündigung hat sich die Impfbereitschaft in Deutschland einer Umfrage zufolge allerdings kaum verändert. Wie im August würden sich 40 Prozent der Befragten gegen Covid-19 impfen lassen, sobald es möglich ist, wie eine Forsa-Umfrage für die Sender RTL und ntv ergab. 50 Prozent der Befragten würden wahrscheinlich erst einmal abwarten - ein Anstieg um zwei Prozentpunkte seit August. Nur neun Prozent wollen sich gar nicht impfen lassen. Im August sprachen sich noch elf Prozent gegen eine Impfung aus. Für die Erhebung wurden 1006 Menschen befragt.

Quelle: ntv.de, jki/AFP

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