Nationaler Trauertag geplantBisher elf Brandopfer des Schweizer Silvester-Unglücks identifiziert

Nach dem Bar-Brand in Crans-Montana sind bisher erst 11 der 40 Toten identifiziert. Auch bei vielen Verletzten sind die Verbrennungen so stark, dass viele Identitäten noch ungeklärt sind. Für die Opfer sind mehrere Gedenkfeiern geplant.
Nach der verheerenden Brandkatastrophe im Schweizer Skiort Crans-Montana mit 40 Toten ist für den 9. Januar ein landesweiter Trauertag ausgerufen worden. Um 14 Uhr sollen alle Kirchenglocken der Schweiz läuten, auch eine Schweigeminute ist geplant. Am späten Samstagabend war die Kirche von Crans-Montana während eines Gedenkgottesdienstes mit Menschen aller Altersgruppen gefüllt. Für diesen Sonntag ist ein Schweigemarsch zur Bar Le Constellation nach dem Gottesdienst angekündigt.
Derweil wurden die ersten elf Todesopfer des Unglücks identifiziert. Laut Polizei wurden sterbliche Überreste von bisher acht Menschen im Alter zwischen 16 und 24 Jahren zugeordnet, welche in der Schweiz lebten. Italienische Medien berichteten zudem, dass auch drei italienische Staatsbürger unter den Toten identifiziert worden seien.
Brandopfer werden in Spezialkliniken behandelt
Andere Familien bangen noch immer um ihre vermissten Angehörigen. Auch einige Verletzte konnten noch nicht identifiziert werden. Viele Opfer erlitten schwerste Brandverletzungen, die in Spezialkliniken behandelt werden müssen. Nach jüngsten Angaben des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) übernahm Deutschland insgesamt elf Schwerverletzte aus der Schweiz zur medizinischen Behandlung. Derzeit seien keine weiteren Verlegungen nach Deutschland geplant, erklärte die Behörde.
Der für die Gesundheitspolitik in der italienischen Region Lombardei verantwortliche Guido Bertolaso schilderte die Schwierigkeiten bei der Identifizierung von Schwerbrandverletzten: "Warum können wir sie nicht identifizieren? Weil ihre Gesichter vollständig verbunden sind. Wir können die Bandagen nicht entfernen, um sie zu erkennen. Sie sind intubiert und können deshalb nicht sprechen."
Feuer mutmaßlich durch Feuerwerksfontänen ausgelöst
Im Zentrum des Skiorts Crans-Montana versammeln sich immer wieder Menschen nahe des Unglücksorts und legen Blumen, Briefe, Kerzen und Plüschtiere als Zeichen der Anteilnahme für die Opfer und ihre Familien nieder. Der Schock über die "unermessliche Tragödie" sitze tief, sagte der Schweizer Justizminister Beat Jans bei einem Besuch am Unglücksort. Die Justiz werde alles tun, um die Verantwortung für die Katastrophe zu klären.
Gegen die Bar-Betreiber werde wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung sowie fahrlässiger Brandstiftung ermittelt, erklärten die Ermittlungsbehörden. Den Ermittlern zufolge wurde die Feuersbrunst an Silvester mutmaßlich durch Feuerwerksfontänen ausgelöst, die an Champagnerflaschen angebracht waren und zu nahe an die Decke gehalten wurden.