Panorama

Vier Tote und 123 Verletzte Blutbad schockt Lüttich

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Die Innenstadt wurde abgesperrt.

(Foto: dapd)

Eine tödliche Attacke erschüttert die belgische Stadt Lüttich. Ein polizeibekannter Mann wirft nahe des belebten Weihnachtsmarktes Blendgranaten und schießt wahllos um sich. Dabei tötet der Amokläufer drei Menschen, 123 weitere werden verletzt. Anschließend richtet sich der Mann selbst.

Es ist ein geschäftiger Tag im Zentrum der belgischen Großstadt Lüttich, als mitten in der Vorweihnachtszeit unvermittelt das Grauen hereinbricht. Ein Mann betritt kurz nach zwölf Uhr mittags den zentralen Saint-Lambert-Platz. Unvermittelt wirft er Blendgranaten auf eine Bushaltestelle nahe des beliebten Weihnachtsmarktes, schießt wild um sich. Vier Menschen sterben bei dem Blutbad, darunter auch der Angreifer selbst. Etwa 123 Menschen werden verletzt, viele davon so schwer, dass sie in Krankenhäusern behandelt werden müssen.

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Feuerwehrleute untersuchen die Bushaltestelle, auf die der Amokläufer Granaten geworfen hatte.

(Foto: dapd)

Diese offiziellen Zahlen verliest Danièle Reynders, die Lütticher Staatsanwältin, bei einer eilig einberufenen Pressekonferenz. Die Journalisten rufen erregt durcheinander, denn keiner der Anwesenden weiß, was an diesem Tag genau passiert ist. Die Gerüchteküche war heiß gelaufen; von einem Ausbruchsversuch von mindestens zwei Kriminellen war die Rede, von wilden Verfolgungsjagden quer durch die Stadt, von Schießereien mit Kalaschnikows.

Behörden gehen von Amoklauf aus

Die gesicherten Informationen klingen weitaus nüchterner, aber nicht weniger erschreckend. Der Täter sei 2008 wegen Waffenbesitzes zu knapp fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Nach der Haftstrafe sei er von der Polizei zu einer Anhörung vorgeladen worden, dort aber nicht erschienen. Der 33-Jährige schleuderte stattdessen Blendgranaten auf eine Bushaltestelle. Danach habe er wahllos Passanten angegriffen. Eine 15-Jährige, ein 17-Jähriger und eine 75 Jahre alte Frau wurden getötet. Ein Amoklauf also. Schließlich, so Reynders, habe sich der Täter selbst erschossen.

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Bei den Passanten brach Panik aus.

(Foto: dpa)

Fernsehbilder zeigten ein Bild des Chaos. Passanten flüchteten in Geschäfte, die Polizei sperrte das Zentrum ab. Medienberichte von flüchtigen Komplizen heizten die Unsicherheit in der Stadt weiter an. Die Gerüchte schossen ins Kraut, auch der Lütticher Bürgermeister spekulierte über eine Befreiungsaktion von Kriminellen.

Die Opferzahl könnte sich noch erhöhen. Die belgische Tageszeitung "Le Soir" berichtete, dass auch ein zweijähriges Kind von Kugeln getroffen worden sei. Es soll in Lebensgefahr schweben. Weitere Opfer sollen sich ebenfalls noch in kritischem Zustand befinden. Nach den blutigen Ereignissen herrschte in Belgien Trauer. Der belgische Premierminister Elio Di Rupo besuchte ebenso wie König Albert II. und seine Frau den Tatort. "Das ganze Land teilt Ihren Schmerz", sagte Di Rupo an die Adresse der Familien der Opfer.

Quelle: ntv.de, cba/dpa/AFP

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