Panorama

Schweinepest kommt näher Brandenburg baut Zaun an polnischer Grenze

126899914.jpg

In Polen wird der Seuchen-Ernstfall geprobt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Das "maximale Wachstum" der Schweinepest im Nachbarland Polen versetzt nun endgültig auch die deutsche Politik in Alarmstimmung. Angrenzende Bundesländer bereiten sich mit Zäunen vor. Schon ein einziger Fall in Deutschland könnte gravierende Auswirkungen haben.

Die Bedrohung durch die Afrikanische Schweinepest wird nach Einschätzung von Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Till Backhaus immer stärker. Die Seuche befinde sich in Westpolen in einer "Phase des maximalen Wachstums", sagte Backhaus in Schwerin unter Berufung auf das Greifswalder Friedrich-Loeffler-Institut. Brandenburg wolle deshalb in den nächsten Tagen einen Zaun auf dem Oderdeich errichten, berichtet der SPD-Politiker.

Auch Mecklenburg-Vorpommern habe im vergangenen Jahr 50 Kilometer Elektrozaun angeschafft, um im Falle eines Ausbruchs Fundorte infizierter Tiere weiträumig absperren zu können. So sollen mögliche weitere infizierte Tiere im Sperrkreis gehalten und eine Ausbreitung der Seuche verhindert werden.

In Deutschland ist bisher kein Fall der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei einem Wild- oder Hausschwein bekannt. Aufgrund der Entwicklung in Polen warnt Backhaus jedoch: "In den nächsten Wochen müssen wir (…) mit stetig steigenden Fallzahlen sowie mit einer weiteren und vor allem schwer abzuschätzenden Ausbreitung des Geschehens rechnen."

Schon beim ersten Nachweis drohen wirtschaftliche Folgen: Schweinefleischexporte in Länder außerhalb der EU wie nach China oder in andere asiatische Länder würden gestoppt. Innerhalb der Europäischen Union könnte der Handel hingegen weitgehend aufrechterhalten werden. In China hat die Krankheit die Schweinebestände stark dezimiert und die Fleischpreise deutlich in die Höhe getrieben - und damit die Lebenshaltungskosten insgesamt.

Quelle: ntv.de, mra/dpa