Panorama

Ehefrau stirbt an Covid-19 Witwer richtet Appell an Corona-Leugner

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Viele Menschen nehmen das Coronavirus noch immer nicht ernst.

(Foto: picture alliance/dpa)

Lange denken Brian Lee Hitchens und seine Frau Erin, dass das Coronavirus gar nicht existiert. Sogar als beide erkranken, sucht das Ehepaar aus Florida keinen Arzt auf. Nur zögerlich ändern die beiden ihre Sicht. Als Brian schließlich geläutert in einem Facebook-Post davor warnt, sich nicht in die Irre führen zu lassen, ist es für seine Frau bereits zu spät.

Der US-Amerikaner Brian Lee Hitchens und seine Frau Erin leugnen lange die Existenz des Coronavirus. In etlichen Facebook-Gruppen hat das Ehepaar aus Florida gelesen, dass es eine Erfindung sei, mit 5G in Verbindung gebracht wird oder ähnlich harmlos wie eine Grippe sei. Sie hielten sich deswegen weder an Hygienevorschriften noch suchten sie einen Arzt auf, als beide Anfang Mai erkrankten. Während sich Brian erholte, wurde der Zustand seiner 46-jährigen Frau immer schlechter. Sie erkrankte schwer und starb diesen Monat an Herzproblemen in Verbindung mit dem Virus.

Nachdem das Paar schwer erkrankt war, verfasste Brian noch vor dem Tod seiner Frau einen Facebook-Post, der viral ging. Darin erklärte er, dass er durch das, was er online über das Virus gelesen habe, in die Irre geführt worden war. Er hätte gedacht, die Regierung benutze das Virus, um die Bevölkerung abzulenken. Noch während seine Frau im Krankenhaus behandelt wird, schreibt er: "Wenn Sie ausgehen, benutzen Sie bitte Ihren Verstand und seien Sie nicht so dumm, wie ich es war, damit Ihnen nicht dasselbe passiert, wie es mir und meiner Frau passiert ist."

Brian Lee Hitchens sagte dem Fernsehsender BBC nach dem Tod seiner Frau, dass er sich wünsche, er hätte von Anfang an zugehört, und er hoffe, dass seine Frau ihm verzeihen würde. "Das ist ein echtes Virus, das die Menschen unterschiedlich befällt. Ich kann die Vergangenheit nicht ändern. Ich kann nur im Hier und Jetzt leben und bessere Entscheidungen für die Zukunft treffen."

Ein Facebook-Sprecher sagte der BBC, das Unternehmen lasse keine schädlichen Fehlinformationen auf der Plattform zu. "Zwischen April und Juni haben wir mehr als sieben Millionen schädliche Fehlinformationen über Covid-19 entfernt, darunter Behauptungen über falsche Heilmittel oder Hinweise darauf, dass eine soziale Distanzierung unwirksam sei."

Inzwischen hat Facebook sogar ein veröffentlichtes Video von US-Präsident Donald Trump gelöscht, das Falschinformationen zum Coronavirus enthielt. In dem Ausschnitt eines Interviews mit dem Sender Fox News sagte Trump, Kinder seien in Bezug auf das Coronavirus "fast immun", weswegen Schulen nach den Sommerferien trotz der Pandemie wieder für normalen Unterricht öffnen sollten. Facebook erklärte, die "falsche Behauptung, wonach eine Bevölkerungsgruppe immun ist", verstoße gegen die Regeln der Plattform zu Corona-Falschinformationen.

Quelle: ntv.de, jki