Panorama

Maske und Abstand? "Nein danke!" Brief von Corona-Leugner kommt ins Museum

54431515.jpg

Die "Medicus"-Ausstellung in Speyer zeigt wie sich Medizin, Krankheit und Heilung in unterschiedlichen Kulturen definieren. (Symbolbild)

(Foto: picture alliance / dpa)

Bei Demonstrationen protestieren Menschen bundesweit gegen die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus. Ein Brief eines solchen Gegners wird nun Teil einer Ausstellung im Museum von Speyer, da diese auch Verschwörungstheorien thematisiert.

Den anonymen Brief eines Kritikers der Corona-Schutzmaßnahmen hat das Historische Museum der Pfalz in Speyer in die laufende "Medicus"-Ausstellung eingebunden. Da diese auch Verschwörungstheorien thematisiere, zeige man den Brief an die Institution als Beispiel, hieß es. Die Leitung habe das Schreiben als Zeitdokument eingestuft.

*Datenschutz

Der Autor des anonymen Briefs hatte unter anderem geschrieben, es sei keine Ansteckungsgefahr mehr vorhanden und Hygiene-Maßnahmen seien unnötig. "Mit Maske und Abstand ins Museum? Nein danke!", hieß es. Man solle sich nicht "für dumm verkaufen" lassen.

"Lieber anonymer Verfasser dieser Botschaft, hättest Du Dich überwunden und mit Maske unsere Ausstellung besucht, wäre dieser Rundgang vielleicht für Dich erhellend gewesen", antwortete das Museum in einer Mitteilung. "Wir zeigen zum Beispiel, wie schon vor 100 Jahren in Zeiten der Spanischen Grippe das Tragen von Masken ein wesentliches Mittel war, um der damaligen Pandemie Herr zu werden."

In Berlin hatten Ende August Tausende Menschen gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert. Einordnen lassen sich die Teilnehmer nur schwer. Sowohl Familien als auch betrunkene Männergruppen sind zu sehen. Viele positionieren sich eindeutig als Impfgegner und Anhänger von Verschwörungstheorien. Neben Deutschlandflaggen werden viele Reichsflaggen, aber auch unzählige Fahnen in Regenbogenfarben geschwungen.

Die "Medicus"-Ausstellung in Speyer zeigt - ausgehend von den Motiven des gleichnamigen Buchs von Noah Gordon (1986) -, wie sich Medizin, Krankheit und Heilung in unterschiedlichen Kulturen definieren. Der literarische Welterfolg kam 2013 als bildmächtiges Epos ins Kino.

Quelle: ntv.de, mba/AFP/dpa