Panorama

Airport Gatwick bleibt dicht Britische Armee sucht nach Drohnen-Lenker

Bei der Suche nach einem Drohnen-Lenker, der für die Schließung des Flughafens Gatwick sorgt, fährt die Politik große Geschütze auf: "Wir werden die Streitkräfte einsetzen, um die Lage in den Griff zu bekommen", sagt Großbritanniens Verteidigungsminister Williamson. Auch Ryanair reagiert.

Die britische Armee unterstützt die Suche nach einem Drohnen-Lenker, der die Schließung des Flughafens Gatwick bei London ausgelöst hat. Der Flughafen war am Mittwochabend geschlossen worden, nachdem dort Drohnen gesichtet worden waren. Am Donnerstagabend stand der Airport weiter still. Mehr als 100.000 Fluggäste waren betroffen. Die Polizei ging von einer absichtlichen Störung des Flugverkehrs aus.

"Wir werden die Streitkräfte einsetzen, um die Lage in den Griff zu bekommen", sagte Verteidigungsminister Gavin Williamson dem Fernsehsender Sky News. "Wir sind zur Unterstützung dort und tun, was wir können." Was genau die Aufgabe der Armee sein sollte, sagte er nicht. Laut Willamson hatte die Polizei die Streitkräfte um Unterstützung bei der Suche nach dem Drohnen-Lenker gebeten. Dutzende Polizisten waren beteiligt. Über dem Flughafen kreiste ein Hubschrauber.

Nachdem am Mittwochabend bereits rund 10.000 Passagiere von der Schließung des Flughafens betroffen waren, kamen am Donnerstag noch einmal 110.000 Menschen hinzu. Insgesamt 760 Flüge durften am Donnerstag nicht in Gatwick starten oder landen. Zahlreiche Passagiere saßen in den Terminals fest und hofften, rechtzeitig zu Weihnachten bei ihren Familien anzukommen.

Wegen der Gatwick-Schließung lässt der Billigflieger Ryanair seine Jets am Freitag auf einen anderen Londoner Airport ausweichen. Die Flüge starten und landen vorerst in Stansted nordöstlich von der britischen Hauptstadt, wie Ryanair mitteilte.

Zweitgrößter Flughafen des Landes

Zunächst war am Mittwochabend eine Drohne gesichtet worden, deshalb wurden alle geplanten Flüge ausgesetzt. In der Nacht zum Donnerstag öffnete der Airport für kurze Zeit wieder - musste dann aber erneut den Flugverkehr stoppen, nachdem am Morgen eine Drohne gesichtet wurde. Die Behörden lockerten am Donnerstag das Nachtflugverbot für einige Flughäfen, damit Flüge umgelenkt werden konnten.

Nach britischem Recht ist es verboten, Drohnen in der Nähe von Flugzeugen und Flughäfen fliegen zu lassen, außerdem dürfen sie eine Höhe von 122 Metern nicht übersteigen. Der Flughafen London Gatwick liegt südlich der britischen Hauptstadt und ist der zweitgrößte des Landes nach Heathrow. Jedes Jahr werden dort 45 Millionen Passagiere abgefertigt, obwohl der Flughafen nur über eine Start- und Landebahn verfügt.

Quelle: n-tv.de, bad/AFP/dpa