Panorama

Trotz fehlender STIKO-Empfehlung Bund reserviert 6 Millionen Dosen für Kinder und Jugendliche

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In den USA - hier in Melbourne in Florida - werden bereits Kinder mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer geimpft.

(Foto: dpa)

Unabhängig von der Empfehlung der Ständigen Impfkommission will die Bundesregierung den Ländern bis August mehr als sechs Millionen Impfdosen für über 12-Jährige zur Verfügung stellen. Am Freitag will die EMA mitteilen, ob sie den Biontech-Impfstoff für Jugendliche zulässt.

Das Bundesgesundheitsministerium rechnet für die Erst- und Zweitimpfung von Kindern und Jugendlichen gegen Corona mit einem Bedarf von insgesamt mehr als sechs Millionen Impfdosen des Herstellers Biontech. Dies geht aus Unterlagen hervor, die das Ministerium den Ländern zur Vorbereitung des Impfgipfels an diesem Donnerstag zugesandt hat und die ntv vorliegen.

Bis Ende August soll den 12- bis 18-Jährigen demnach mindestens eine Erstimpfung ermöglicht werden. Das Gesundheitsministerium geht in dieser Altersgruppe von einer Impfbereitschaft von 60 Prozent aus. Da es sich insgesamt um 5,3 Millionen Personen handelt, würden demnach jeweils 3,18 Millionen Dosen für die Erst- und Zweitimpfung benötigt. Diese Impfdosen sollen den Ländern "schrittweise aus den Gesamtliefermengen für Juni, Juli und August zusätzlich zur Verfügung" gestellt werden. Der "taz" hatte das Ministerium gesagt, dass in der ersten Juni-Woche eine Million Biontech-Impfdosen für Kinder und Jugendliche reserviert würden.

Das Ministerium macht den Start der Impfungen für Kinder und Jugendliche von einer Zulassung durch die Europäische Arzneimittelbehörde EMA abhängig. Die EMA will am Freitag mitteilen, ob sie den Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer für Jugendliche zwischen 12 und 15 Jahren zulässt. Er ist bereits ab 16 Jahren zugelassen. In der Vorlage heißt es weiter, es sei noch nicht absehbar, in welchem zeitlichen Abstand zur Erstimpfung die zweite Immunisierung erfolgen solle. In den USA und Kanada seien drei Wochen vorgesehen. Bei Erwachsenen empfiehlt die Ständige Impfkommission in Deutschland für mRNA-Impfstoffe wie den von Biontech/Pfizer einen Abstand von sechs Wochen.

STIKO-Empfehlung soll "berücksichtigt" werden

Die STIKO berät derzeit über ihre Empfehlungen zu Corona-Impfungen bei Kindern und Jugendlichen. Diese seien "gegebenenfalls zu berücksichtigen", heißt es in der Vorlage. STIKO-Vertreter hatten bereits angedeutet, dass die Kommission die Impfung für Kinder und Jugendliche wahrscheinlich nicht empfehlen werde.

Die Länder sollen der Vorlage des Bundesministeriums zufolge mit "landesspezifischen Konzepten" sicherstellen, dass die Impfdosen gezielt für die Impfung der fraglichen Altersgruppe eingesetzt werden. "Dies kann beispielsweise unter Nutzung der Impfzentren, unter Beteiligung der niedergelassenen Ärzteschaft oder durch entsprechende Angebote in den Schulen erfolgen", heißt es in der Vorlage.

Die Corona-Impfungen für Kinder und Jugendliche werden zentrales Thema bei dem Gipfelgespräch von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Länderregierungschefs sein, das am Nachmittag beginnt.

Quelle: ntv.de, hvo/AFP

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