Panorama
(Foto: n-tv)
Dienstag, 02. Januar 2018

Tief tankt noch Kraft: "Burglind" bringt ersten Sturm des Jahres

Das neue Jahr beginnt stürmisch. Experten warnen vor allem in der Mitte und im Süden Deutschlands vor starkem Wind. Wo besonders heftige Orkanböen erwartet werden, erklärt n-tv Meteorologe Björn Alexander im Interview.

Das Jahr ist noch jung, da warnen die Meteorologen bereits vor einem ersten Sturm. Wie schlimm wird es?

Tief "Burglind", das momentan vom offenen Atlantik gerade weg auf die Britischen Inseln zuzieht, wird sich auf seinem Weg Richtung Europa weiter verstärken. Bereits in der Nacht zum Mittwoch überquert es die Britischen Inseln als mächtiges Sturm- bzw. Orkantief und bewegt sich am Mittwoch tagsüber mit seinem Kern zur Deutschen Bucht.

Das klingt nicht gut.

n-tv-Meteorologe Björn Alexander.
n-tv-Meteorologe Björn Alexander.

Ist es leider auch nicht. Denn damit trifft uns das Hauptsturmfeld von "Burglind". Wie heftig der Sturm wütet, wird von den verschiedenen Wettermodellen selbst so kurz vor dem Ereignis zwar noch unterschiedlich bewertet. Nach jetzigem Stand droht uns aber am Mittwoch eine schwere Sturm-/Orkanlage mit entsprechenden Gefahren. Am heftigsten dürfte der Sturm werden, wenn mit der Kaltfront mit kräftigen Platzregen und Gewittern die enorm starken Winde aus der höheren Atmosphäre bis herunter an den Boden gedrückt werden.

Was bedeutet das im Detail?

Wie in der Graphik zu sehen ist, erreicht das Starkwindfeld bereits am frühen Mittwochmorgen das Saarland und Rheinland-Pfalz mit ersten Böen über 100 km/h, im Bergland Orkanböen. Also mit Spitzenböen von rund 120km/h und mehr. Zwischen 7 und 10 Uhr sind dann auch Südhessen, Baden-Württemberg und das Grenzgebiet zu Bayern betroffen. Dabei erwarten wir auch im Flachland einzelne Orkanböen über 120 km/h, in exponierten Lagen bis 140km/h. Auf den Bergen (Alb, Schwarzwald, Pfälzer Wald) bis Tempo 160.  Bei den Gipfeln von Hochschwarzwald und Alpen bis 180 km/h.

Wie geht es weiter?

Video

Zwischen 10 und 13 Uhr dürfte es die höchsten Windspitzen in Südbayern (südliches Franken) und am Alpenrand geben. In der Größenordnung bis zu 140km/h. Auf den Bergen und Gipfeln auch mehr. Danach flaut der Wind in der Südhälfte langsam ab, während ein zweites Sturmfeld den Nordwesten und Norden erreicht. Dementsprechend sind nachmittags direkt an der Nordsee Orkanböen drin. Im Landesinneren werden die stärksten Böen um die 100km/h erreichen. Und auch in den übrigen Gebieten wird es sehr windig bis stürmisch. Gleichzeitig steigt mit den Schauern bzw. dem aufziehenden Starkregen die Hochwassergefahr.

Wo müssen wir mit Hochwasser rechnen?

Das gilt besonders in den Einzugsgebieten von Rhein und Donau. Die Pegelstände werden etwa ab Mittwochnachmittag schnell und stark ansteigen, denn die Böden sind mehr als gesättigt, die Flüsse bereits jetzt relativ gut gefüllt. Da in der Nacht zu Freitag sehr wahrscheinlich nochmal ein abflussrelevantes Regenband aus Südwesten aufzieht, dürfte der Hochwasserschwerpunkt an den großen Flüssen erst Freitag oder Samstag erreicht werden.

Wie hoch werden die Pegelstände werden?

Die Details sind noch schwer abzuschätzen. Momentan ist am Rheinpegel in Köln von acht Metern plus x, an der Mosel bei Trier sehr wahrscheinlich auch deutlich über acht Meter auszugehen. Dazu dann in den kommenden Tagen mehr, wenn der Sturm durch ist und die Niederschlags- und Abflusssituation sich eindeutiger darstellen lässt.

Quelle: n-tv.de