Panorama

Rundumschlag gegen Cosa Nostra Carabinieri "enthaupten" Mafia-Spitze

22.01.2018, 21:54 Uhr
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In Sizilien soll es auch Verbindungen zwischen der Mafia und Betreibern von Flüchtlingseinrichtungen geben. (Foto: dpa)

Bei einer Großoperation gegen die sizilianische Mafia werden fast 60 Leute verhaftet, darunter auch der Bürgermeister der Gemeinde San Biagio Platani. Doch endgültig besiegt ist die Cosa Nostra noch nicht.

Bei einer Razzia gegen die Mafia sind auf Sizilien zahlreiche Verdächtige festgenommen worden. 57 Haftbefehle seien vollstreckt worden, teilten die Carabinieri mit.

Die "Operation Gebirge" mit 400 Einsatzkräften betraf 16 Clans. "Es kann festgehalten werden, dass die Spitze der Cosa Nostra in der südwestlichen Provinz Agrigent mit nur einem Schlag enthauptet wurde", hieß es in der Mitteilung. Bei der Cosa Nostra handelt es sich um die in Sizilien beheimatete Mafia-Organisation.

Wegen Verstrickungen mit der Mafia wurde demnach auch der Bürgermeister der Gemeinde San Biagio Platani festgenommen. Die Ermittler in Palermo hätten "enge Verbindungen" zu führenden Köpfen von Clans aus ganz Sizilien und sowie Clans der kalabrischen Mafia 'Ndrangheta gefunden. Die Vorwürfe reichen von Mitgliedschaft in der Mafia über Drogenhandel, Betrug und Erpressung. Es seien Schutzgelder in Höhe zwischen 2000 und 20.000 Euro erpresst worden.

Betroffen waren auch Gesellschaften, die sich um die Unterbringung von Flüchtlingen in der süditalienischen Region kümmern, hieß es. "Wir stehen nicht mehr der Cosa Nostra von vor 30 Jahren gegenüber", sagte Chef-Ermittler Francesco Lo Voi in Palermo bei einer Pressekonferenz. Von einer endgültigen Niederlage der Mafia auf Sizilien zu reden, sei verfrüht. "Es gibt noch viel Arbeit zu tun."

Quelle: sra/dpa

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