Panorama

Karikatur zu Barcelona-Anschlag "Charlie Hebdo" provoziert mit Terror-Cover

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"Charlie Hebdo" karikiert den Angriff in Barcelona.

(Foto: imago/E-PRESS PHOTO.com)

Das aktuelle Cover der französischen Satirezeitung "Charlie Hebdo" stellt den Terroranschlag in Barcelona dar. Für manche ist die Zeitschrift damit zu weit gegangen.

Überfahrene Anschlagsopfer und das davonrasende Angriffsauto, darüber der Titel "Islam, Religion des Friedens... ...des ewigen Friedens!": Mit seinem neuen Cover sorgt die französische Satirezeitung "Charlie Hebdo" erneut für Aufsehen. Kritiker warfen der für provokative Zeichnungen bekannten Zeitschrift vor, Islam und Terror gleichzusetzen.

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Stéphane Le Foll, sozialistischer Abgeordneter und früherer Regierungssprecher, spricht von einer "gefährlichen Vermischung": "Zu sagen, dass der Islam als Ganzes eine Religion des Friedens sei, und damit anzudeuten, er sei eine Religion des Todes, ist äußerst gefährlich", sagt er. Jeder Journalist sei zu Verantwortungsbewusstsein verpflichtet.

Auch in den sozialen Netzwerken entbrennt eine Debatte über die Titelseite. Zahlreiche Nutzer auf Twitter attackieren "Charlie Hebdo" für die Karikatur. Dennoch gibt es viele, die die Zeitung in Schutz nehmen.

Im Leitartikel begründet "Charlie Hebdo"-Chef Laurent "Riss" Sourisseau die Wahl der Titelseite. Demnach finde er es schlimm, dass nach islamistischen Anschlägen wie jenem in Barcelona nicht mehr die Frage nach der Rolle der Religion gestellt werde. Islamismus und Islam seien aber miteinander verbunden.

Die religionskritische Satirezeitung hat schon öfter den Hass von Islamisten auf sich gezogen, darunter auch mit Mohammed-Karikaturen. Im Januar 2015 wurde die Redaktion Ziel eines Anschlags, als zwei Islamisten die Redaktionsräume in Paris stürmten und zwölf Menschen erschossen. Der Anschlag sorgte weltweit für Entsetzen und löste unter dem Motto "Je suis Charlie" eine Welle der Solidarität aus.

Quelle: n-tv.de, pzi/AFP

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