Panorama

Ex-Freundin ist schockiert Copilot wollte "eines Tages etwas tun"

Eine frühere Freundin des Copiloten von Flug 4U9525 vermutet, dass der Mann sich umbringen wollte. Ihm sei klar geworden, "dass sein großer Traum vom Fliegen als Kapitän vorbei war". Schon früher soll er seltsame Ankündigungen gemacht haben.

Eine Stewardess, die ein paar Monate mit dem Todespiloten der abgestürzten Germanwings-Maschine zusammen war, hat ihren Ex-Freund als psychisch angeschlagen beschrieben. Andreas Lubitz sei "in Gesprächen plötzlich ausgerastet und schrie mich an", sagte sie der "Bild"-Zeitung.

"Nachts ist er aufgewacht und schrie, wir stürzen ab, weil er Albträume hatte. Er konnte vor anderen Menschen gut verstecken, was mit ihm wirklich läuft." Über seine Krankheit habe er nie viel gesprochen, nur dass er deswegen in psychiatrischer Behandlung war." Unterdessen bestätigte das Universitätsklinikum Düsseldorf, dass Lubitz dort Patient war. "Meldungen, wonach Andreas L. wegen Depressionen in unserem Haus in Behandlung gewesen sei, sind jedoch unzutreffend", erklärte eine Sprecherin.

Die Stewardess, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen wollte, sagte, Lubitz sei "ein netter und aufgeschlossener Mensch" gewesen. Nachdem allerdings "immer klarer" geworden sei, dass er "Probleme" habe, habe sie sich von ihm getrennt.

"Alle werden meinen Namen kennen"

Als sie von dem Absturz erfahren habe, sei ihr immer wieder ein Satz durch den Kopf gegangen, den er gesagt habe: "Eines Tages werde ich etwas tun, was das ganze System verändern wird, und alle werden dann meinen Namen kennen und in Erinnerung behalten."

Die Ex-Freundin meint, Lubitz habe das Flugzeug zum Absturz gebracht, "weil er gemerkt hat, dass durch seine gesundheitlichen Probleme sein großer Traum von einem Job bei der Lufthansa, von einem Job als Kapitän und als Pilot von Langstrecken, so gut wie unmöglich war". Der zerrissene Krankenschein sei für sie "ein klarer Beweis, dass er sich nicht eingestehen wollte, dass sein großer Traum vom Fliegen als Kapitän vorbei war".

Zerrissene Krankschreibungen

Aus den Aufnahmen des bereits gefundenen Stimmenrekorders schließen die französischen Ermittler, dass Lubitz auf dem Flug von Barcelona nach Düsseldorf den Piloten aus dem Cockpit ausgesperrt und die Maschine mit 150 Menschen an Bord mit voller Absicht auf Todeskurs gebracht hat. Am Freitag wurde bekannt, dass der Copilot des abgestürzten Airbus nach Erkenntnissen der Ermittler vor seinem Arbeitgeber Germanwings eine Krankschreibung verheimlicht hat.

Deutsche Fahnder entdeckten bei Lubitz zu Hause "zerrissene, aktuelle und auch den Tattag umfassende Krankschreibungen", wie die Staatsanwaltschaft Düsseldorf mitteilte. Ein Abschiedsbrief oder ein Bekennerschreiben wurden nicht gefunden. Über die Art der Erkrankung wurde nichts mitgeteilt, die Ermittler hatten nach Hinweisen auf ein psychisches Leiden gesucht.

Der Fluggesellschaft Germanwings lag nach eigenen Angaben keine Krankschreibung des Copiloten vor. Das Luftfahrt-Bundesamt bat das Aeromedical-Center der Lufthansa um Akteneinsicht.

Quelle: ntv.de, hvo/dpa

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