Panorama

Delta-Variante überwiegt Corona-Fälle in Israel nehmen wieder zu

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Menschen in einem Einkaufzentrum in Tel Aviv. Die landesweite Maskenpflicht gilt seit Kurzem nicht mehr.

(Foto: AP)

Beim Impfen gegen das Coronavirus ging es in Israel viel schneller voran als in vielen anderen Ländern. Das zeigte Wirkung: Zuletzt wurden nur noch wenige tägliche Neuinfektionen gemeldet. Nun nimmt das Infektionsgeschehen aber wieder zu. Das betrifft eine Gruppe ganz besonders.

Nach zuletzt wenigen Corona-Neuinfektionen in Israel sind erstmals seit rund zwei Monaten mehr als 100 neue Fälle an einem Tag nachgewiesen worden. 125 Personen seien am Vortag positiv auf das Virus getestet worden, teilte das Gesundheitsministerium mit. Der Generaldirektor des Gesundheitsministeriums, Chesi Levy, hatte dem israelischen Fernsehen zuvor gesagt, dass rund 70 Prozent der Neuinfektionen mit der Delta-Variante des Virus in Zusammenhang stehen. Die Hälfte der Neuinfizierten seien Kinder, ein Drittel der Betroffenen sei geimpft gewesen. Unklar ist, ob die infizierten Geimpften bereits ihre volle Immunität erreicht hatten.

Die Delta-Variante wurde zuerst in Indien entdeckt und gilt als besonders ansteckend. Im Neun-Millionen-Einwohner-Land Israel haben rund 5,5 Millionen Menschen bereits eine erste Corona-Impfung erhalten, mehr als 5,1 Millionen Menschen auch die zweite Dosis. Die Impfkampagne war besonders zu Beginn sehr erfolgreich und sorgte international für Aufsehen. Allerdings schließt eine Impfung eine Ansteckung nicht zu 100 Prozent aus.

Nachdem die Zahlen zuletzt stagniert waren, steigt nun mit den Infektionszahlen auch langsam wieder die Zahl der Impfungen an. Noch Mitte Juni waren in Israel teilweise pro Tag Neuinfektionen lediglich im einstelligen Bereich registriert worden. Am Sonntag wurde nach einem Corona-Ausbruch an Schulen allerdings in zwei Ortschaften wieder eine Maskenpflicht für Schüler verhängt. Die Maskenpflicht war erst eine Woche zuvor angesichts der niedrigen Infektionszahlen landesweit aufgehoben worden. Die Regierung entschied zudem, die Testkapazitäten für Reisende am Flughafen auszubauen.

Wegen der Infektionslage und der Verbreitung der Delta-Variante empfiehlt das Gesundheitsministerium nun verstärkt die Impfung von 12- bis 15-Jährigen. Bisher galt die Empfehlung nur für Risikopatienten und bei Auslandsreisen.

Quelle: ntv.de, hul/dpa

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