Das Zittern hat ein EndeVon Frost auf 20 Grad - der Frühling übernimmt
Die Tage des Fröstelns und Rutschens sind vorüber, frühlingshaftes Wetter setzt sich durch. In der zweiten Wochenhälfte geht es mit den Temperaturen auf bis zu 20 Grad rauf. Alles überstanden also? ntv-Meteorologe Björn Alexander bringt dazu ein beunruhigendes Stichwort ins Spiel: "Märzwinter".
ntv.de: Mit dem Ende des Februars neigt sich auch der Winter - zumindest meteorologisch gesehen - seinem Ende entgegen. Was erwartet uns auf der Zielgeraden?
Björn Alexander: Nachdem es in der letzten Woche zum Teil ja noch bitterkalt und hochwinterlich war, hat sich das Blatt inzwischen komplett gewendet. Denn mit einer westlichen Strömung hat sich inzwischen bis in die Berglagen Tauwetter durchgesetzt. Und dieser Wärmeimpuls wird jetzt nochmals verstärkt, sodass wir zur Wochenmitte verbreitet Spitzenwerte von 15 bis 20 Grad bekommen. Einzig bei den Nordlichtern bleibt es besonders mit Blick auf die Küstenregionen noch frischer.
Sind die Temperaturen schon im Rekordbereich für Ende Februar?
Die Rekorde liegen im Bereich von bis zu 23 Grad. Insofern sind wir regional schon recht weit oben. Aber besonders der Sprung von den teils eiskalten Werten letzte Woche, die teils unter minus 15, örtlich um minus 20 Grad lagen, ist natürlich extrem markant.
Ein Wetterumschwung, der uns außerdem viel Regen und eine angespannte Hochwasserlage in einigen Regionen gebracht hat, oder?
So ist es. Die letzten drei Tage haben durchaus 30 bis 60, im Süden stellenweise bis über 100 Liter pro Quadratmeter gebracht. In Kombination mit dem massiven Tauwetter hat sich damit von Franken bis in die Oberpfalz eine größere Hochwasserlage eingestellt - örtlich mit Meldestufe 3 (von 4).
Wird sich das Hochwasser noch verschärfen?
Da der Regen jetzt mehr und mehr nachlässt und gleichzeitig Hoch "Heiko" an den Start geht, dürften die Hochwasserwellen ablaufen. Hier stehen die Zeichen also auf Entspannung.
Gilt das auch für die Lawinengefahr in den Alpen?
Leider eher nicht. Es kommen nämlich teils nochmals 20 bis 50 Zentimeter Neuschnee dazu. Gleichzeitig liegt die Schneefallgrenze zwischen 1000 und knapp 2000 Metern - mit Tauwetter in den tieferen Bereichen. Eine Gemengelage, die die Lawinengefahr sogar nochmals verschärfen kann. Denn jetzt sammelt sich Wasser in den Schneeschichten und am Boden, was wiederum die Wahrscheinlichkeit von Lawinenabgängen erhöht.
Damit zum Frühlingserwachen in Deutschland: Wie wird unser Wetter zur Wochenmitte?
Nach Auflösung von Frühnebelfeldern geht es am Mittwoch zunehmend sonnig und trocken weiter. Dazu steigen die Temperaturen mit Sonne auf 14 bis 20 Grad. Am wärmsten dürfte es im äußersten Westen, also im Bereich Aachen und Zülpich werden. Spürbar kühler zeigen sich die Ecken, in denen sich der Nebel länger hält sowie generell der Norden beziehungsweise das Küstenumfeld. Hier sind zum Teil kaum mehr als 5 bis knapp 10 Grad drin.
Und am Donnerstag?
Geht es im Anschluss an die obligatorischen Frühnebelfelder vielfach freundlich oder sonnig weiter. Lediglich im Norden streifen mehr Wolken, die später etwas Regen bringen können. Das Ganze bei meistens 11 bis 20 Grad, wobei sich die wärmsten Bereiche wahrscheinlich vom Oberrhein bis in den Stuttgarter Raum erstrecken.
Bleibt der Frühling auch zum Wochenende in der Spur?
Am Freitag bleibt es im Süden noch überwiegend schön und warm, erneut mit Höchstwerten bis 20 Grad. Ansonsten werden die Tiefs erneut aufdringlicher - und das ist auch der Trend zum Wochenende. Dann wird es nämlich tendenziell wechselhaft mit Schauern, aber auch mit freundlichen bis sonnigen Abschnitten. Die Temperaturen sind ebenfalls gedämpfter mit 8 bis 15 Grad. Aber: Von der Kälte der letzten Wochen sind wir nach wie vor weit entfernt.
Und bleiben es auch? Immerhin gibt es ja noch das Wetterphänomen des Märzwinters. Was bedeutet das konkret?
Der März ist ein klassischer Übergangsmonat. Sprich: Hoch im Norden ist noch tiefster Winter, während sich in den südlichen Gefilden mit der zunehmenden Kraft der Sonne und den längeren Tagen die warmen Luftmassen immer weiter ausbreiten. Und wir liegen in Mitteleuropa genau zwischen den Jahreszeiten. Das heißt, dass es sowohl sehr kalte als auch sehr milde Phasen geben kann. Immerhin rangieren die Märzrekorde schon bei 24 bis fast 27 Grad.
Und wie kalt kann es werden?
Die niedrigsten Werte bewegen sich bei minus 15 bis um die minus 25 Grad. Es kann also durchaus nochmals bitterkalt im März zur Sache gehen.
Was machen die konkreten Prognosen für den ersten Frühlingsmonat?
Derzeit deuten die experimentellen Langfristvorhersagen auf einen leicht überdurchschnittlich temperierten Verlauf hin. Wobei die Küstenregionen sowie der Osten eher etwas kühler verlaufen sollen. Und das wäre in Anbetracht der Nähe zur sehr kalten Ostsee auch plausibel. Außerdem liegt die Kälte im Norden und Nordosten unseres Kontinents natürlich noch nah.
Wie sehen die Niederschlagsberechnungen für den März aus?
Im Süden und Westen eher zu trocken, ansonsten soll es mit durchschnittlichen Niederschlagsmengen durch den März gehen. Zum Vergleich: Im langjährigen Deutschlandmittel fallen im März um die 50 bis 60 Liter Regen pro Quadratmeter.
