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Es wird milder Das war's erstmal mit dem Winter

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Es wird wärmer in den nächsten Tagen.

(Foto: dpa)

Der Januar ist so kalt wie lange nicht. Doch nun schwächelt der Winter und könnte sich bald verabschieden. Und aller Voraussicht nach wird der Februar sogar wärmer als normal, sagt n-tv Meteorologe Björn Alexander.

n-tv.de: Der Winter scheint sich verausgabt zu haben. Zumindest wird es wärmer, oder?

Björn Alexander: Genau so ist es. Denn unser kalter bis eisiger Hochdruckblock schwächelt im Laufe des Wochenendes mehr und mehr, damit wird der Weg frei für die Atlantiktiefs, die uns mit einer südwestlichen bis westlichen Strömung mildere Temperaturen bringen. Damit geht dann auch im Süden und Südosten die Eiszeit allmählich zu Ende.

War es das dann mit dem Winter?

Der n-tv Wetterexperte Björn Alexander

Erst einmal ja. Für den Monatswechsel und das erste Drittel des Februars bieten uns nämlich die Wettermodelle momentan eher milde bis deutlich zu milde Temperaturen an. Gestützt wird das auch noch von der experimentellen Monatsvorhersage, die die amerikanischen Kollegen fortlaufend berechnen. Demnach würde der Februar 2017 bei uns rund 1 bis 3 Grad zu warm ausfallen.

Wie sicher sind solche Langfristprognosen?

Die Fehlerquote ist natürlich relativ groß. Und auch für detaillierte Prognosen (beispielsweise: Regnet es am 24. Februar oder nicht?) sind die Berechnungen nicht gemacht. Aber man kann, wenn man die Ergebnisse dauerhaft im Auge behält und auf Veränderungen achtet, schon gewisse Rückschlüsse ziehen. Zumindest für den Folgemonat. Und danach ist eben eine Winterrückkehr vorerst einmal nicht in Sicht. Allerdings kommt nach dem Februar ja noch der März, der uns gerne auch mal Schnee und Eis bringt.

Aber bis zum möglichen Märzwinter dauert es ja noch. Wie sieht es denn am Wochenende aus?

Der Samstag wird verbreitet ein freundlicher bis sonniger Tag mit nur einzelnen zähen Nebelfeldern, die sich vor allem in Teilen Bayerns noch halten können. Später verdichten sich dann auch vom Schwarzwald und dem Allgäu bis herauf an die Nordsee die Wolken. Dazu erreichen die Temperaturen zwischen minus 4 Grad im Dauernebel und bis zu knapp 10 Grad im Westen.

Was bringt der Sonntag?

Im Osten Bayerns sowie im südlichen Sachsen letzte Dauerfrostreste. Im übrigen Land werden es zunehmend windige, teils auch stürmische 2 bis 9 Grad. Dabei werden die Wolken aus Westen aufdringlicher und beginnen den Anlauf auf den süddeutschen Eiskeller. Eine Lage, die die Wettermodelle nicht richtig im Griff haben. Von einzelnen Schauern bis hin zu teils kräftigem Regen, auf den höheren Bergen Schnee, ist alles mit dabei. Nur im Süden und Südosten bleibt es am Sonntag außerhalb von Nebelfeldern ziemlich sicher freundlich. Im Übergangsbereich zu den aufziehenden Wolken beziehungsweise im Mittelgebirgsraum droht vorübergehend Glatteis. Zumal es im Osten Bayerns auch am Sonntag bei minus 1 Grad noch frostig bleibt.

Gibt es auch am Montag Glätte?

Zwar gibt es nach wie vor große Unsicherheiten bei den Details der Wetterprognose. Allerdings besteht im Südosten und Süden ein hohes Potenzial für erhebliche Glätte. Dabei erreichen die Temperaturen am Montag zwischen 4 und 10 Grad. Damit verabschiedet sich der Winter dann in die höheren Lagen der Mittelgebirge und in die Alpen.

Noch einmal rückblickend: Etliche Wochen Winter liegen hinter uns. Wie extrem war es?

Besonders im Süden Deutschlands ist es einer der kältesten Januar-Monate der letzten 30 Jahre gewesen. Entsprechend groß sind auch die Probleme, die beispielsweise auf den Kanälen und Flüssen herrschen. Zu schaffen macht nämlich immer mehr die Eisbildung, die durch die tiefen Pegelstände noch begünstigt wird. Der Main-Donau–Kanal ist komplett, die Donau in weiten Teilen bereits für die Schifffahrt gesperrt. Die Eisdicke im Raum Erlangen bis Eckersmühlen (Main-Donau-Kanal) beträgt inzwischen bis zu 60 Zentimeter. Ansonsten waren die vergangenen Wochen zwar auch meist kälter als der Durchschnittsjanuar. Aber bei Weitem nicht so eisig. Insgesamt ist der Januar bisher gut 1,7 Grad kälter als normal.

Quelle: n-tv.de

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