Nach 22 Jahren im TodestraktDebra Milke will Zellengenossin besuchen

Fast ihr halbes Leben verbringt die Berlinerin Debra Milke in einer Todeszelle in den USA. Vor zwei Jahren kommt sie gegen Auflagen frei. Nun will sie für einen Besuch in das Gefängnis zurückkehren. Einfach werde das nicht, gibt sie zu.
Die ehemalige Todeskandidatin Debra Milke will nach ihrer Rückkehr in die USA ihre frühere Zellennachbarin besuchen. Jahrelang hätten sie nur über einen Lüftungsschacht miteinander kommunizieren können, sagte die 51-Jährige in der Sendung "Stern TV". "Ich bin schon nervös angesichts des Besuchs im Gefängnis, aber wenigstens weiß ich, dass ich wieder raus kann", sagte die gebürtige Berlinerin.
Ansonsten möchte sie sich nicht mehr mit ihrer Zeit im Gefängnis beschäftigen. Alle persönlichen Akten und Unterlagen zu ihrem Fall habe sie vernichtet, sagte Milke. "Ich habe einfach jedes Stück Papier in den Schredder getan. Es hat sich so gut angefühlt. Es war wie eine Therapie."
Nach einem fünfwöchigen Aufenthalt in Deutschland will Milke am Freitag in die USA zurückkehren. Milke saß 24 Jahre im US-Bundesstaat Arizona im Gefängnis - davon 22 Jahre im Todestrakt. Die in Berlin geborene und in den USA aufgewachsene Frau war dafür verurteilt worden, zwei Männer zum Mord an ihrem Sohn angestiftet zu haben. Es gab jedoch keine direkten Beweise für ihre Verwicklung. Zudem wurde der einzige Belastungszeuge, ein Polizist, nach dem Prozess mehrfach der Lüge in anderen Fällen überführt. 2013 kam Milke gegen Auflagen frei.