Panorama

Erst Bodenfrost, dann Sonne Der Herbst deutet seine goldene Seite an

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Das Wochenende lädt mit seinen milden Temperaturen zu Aktivitäten im Freien ein.

(Foto: picture alliance/dpa)

Ein heftiger Sturm braut sich über der Ägäis zusammen. Meterhohe Wellen, starke Winde und Platzregen suchen die griechischen Inseln heim. Währendessen bleibt es in Deutschland ruhig und zwischendurch sogar sonnig, sagt n-tv Meteorologe Björn Alexander.

Ein heftiger Sturm braut sich über der Ägäis zusammen. Meterhohe Wellen, starke Winde und Platzregen suchen die griechischen Inseln heim. Währendessen bleibt es in Deutschland ruhig und zwischendurch sogar sonnig. n-tv Meteorologe Björn Alexander verspricht sogar erste Eindrücke eines "Goldenen Oktobers".

n-tv.de: Altweibersommer bei uns, schlimme Unwetter in Griechenland. Was ist los am Mittelmeer?

Der n-tv Wetterexperte Björn Alexander

Der n-tv Wetterexperte Björn Alexander

Björn Alexander: Am östlichen Mittelmeer, in der Ägäis braut sich derzeit ein sehr gefährlicher Sturm zusammen. Da die Wassertemperaturen im betroffenen Gebiet vom östlichen Sizilien bis rüber nach Kreta zwischen 25 und 27 Grad liegen, bekommt dieser Sturm, der sich jetzt aus einem "normalen" Tief entwickelt, immer mehr tropische Eigenschaften. Meteorologisch gesehen wird er somit zu einem sogenannten Medicane - ein mediterraner Hurrikan.

Das hört sich dramatisch an. Was müssen die Menschen dort befürchten?

Die stärksten Winde liegen jetzt noch meist unter 100 km/h, sollen aber bis Sonntag und Montag in Spitzenböen bis zu Tempo 150 erreichen. Vielleicht sogar noch etwas darüber. Dabei verlagert sich der Sturm zunächst von der griechischen Küste raus auf das offene Ionische Meer in Richtung Sizilien. Am Samstag beziehungsweise Sonntag soll er dann Kurs auf Kreta und anschließend weiter wahrscheinlich in Richtung türkische Riviera nehmen. Dazu fallen auch heftige gewittrige Platzregen, die in der Spitze bis zu 200 Liter pro Quadratmeter bringen dürften. Außerdem peitscht der Sturm das Mittelmeer meterhoch auf. Die Wellen könnten zwischen fünf und zehn Metern erreichen.

Ein Hurrikan über dem Mittelmeer: Wie außergewöhnlich ist das eigentlich?

Gar nicht so außergewöhnlich. Typisch für solche tropenähnlichen Stürme, die im Mittelmeer immer wieder im Spätsommer und Frühherbst zur Zeit der höchsten Wassertemperaturen entstehen, ist ein sogenannter "warmer Kern". Das heißt, die wärmste Luft befindet sich genau im Zentrum des Sturms - ähnlich wie beim Auge eines Hurrikans.

Bei uns bleibt es am Wochenende hoffentlich ruhiger. Wie sind die Details?

Die zuletzt recht warmen Temperaturen bekommen wir zwar nicht mehr. Dennoch kann sich unser Wochenende auf jeden Fall sehen lassen und wir bekommen einen ersten Eindruck vom "Goldenen Oktober". Somit beginnt das Wochenende im Norden und Nordwesten zwar zeitweise wolkiger. Ansonsten wird es nach Auflösung von Nebelfeldern aber verbreitet freundlich, sonnig und trocken.

Wie warm oder kalt wird es dann?

Nach einer kühlen Nacht, die besonders im Umfeld der Mittelgebirge sowie unter längeren Aufklarungen wieder Bodenfrost bringen kann, bleibt es tagsüber ebenfalls etwas zu frisch für Ende September. Oft bringen es die Temperaturen nämlich maximal auf 10 bis 15 Grad. Höchstens in den westlichen Landesteilen geht es mal auf 15 bis 18 Grad rauf.

Was bringt uns der Sonntag?

Von der Mitte südwärts startet der Tag häufiger mit Bodenfrost. Dafür bleibt es dort abseits vom Nebel häufig schön. Auch über der Landesmitte gilt es später die Sonne zu genießen. Unterdessen werden die Wolken weiter nordwärts im Tagesverlauf dichter und der Wind frischt auf. Dabei legen die Temperaturen bei 14 Grad an der Nordsee und bis zu 22 Grad am Oberrhein im Vergleich zum Vortag spürbar zu.

Ein guter Trend für den Start in den Oktober? Schließlich könnte es mit dem Tag der Einheit für einige von uns ja ein super langes Wochenende werden.

Leider beginnt die nächste Woche wenig verheißungsvoll. Denn der Montag wird bereits deutlich windiger und wechselhafter mit Schauern, die in den Mittelgebirgen oberhalb von rund 700 Metern in Schnee übergehen. Denn es breitet sich kühlere Luft aus, die kaum mehr als 7 bis 15 Grad zulässt. Zum Einheitstag erholen sich die Temperaturen zwar allmählich. Viel mehr als unbeständige 12 bis 19 Grad berechnen die Wettercomputer aktuell aber nicht.

Schnee auf den Bergen, Bodenfrost? Da wird - nach dem Supersommer - doch jetzt wohl nicht der Winter loslegen, oder?

Die Gefahr besteht wohl nicht. Schlussendlich ist es Herbst und da ist es ja auch mal ganz gut, wenn sich das Wetter daran hält. Zumindest hätte ich persönlich nichts dagegen. Und ein paar goldene Tage wird uns der Oktober 2018 ganz bestimmt auch noch bringen.

Quelle: n-tv.de