Panorama

Bekannt als "Maus-Forscherin"Deutsche Zoologin stirbt bei Flugzeugabsturz in Brasilien

05.07.2026, 17:16 Uhr
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Nur wenige Minuten nach dem Abheben stürzte die Maschine von Lydia Möcklinghoff in ein Waldgebiet. (Foto: IMAGO/Stephan Wallocha)

Sie schrieb Bücher und berichtete bei der "Sendung mit der Maus" über Tiere in Brasilien. Bei einem Flug ins Pantanal stürzt die Maschine von Zoologin Lydia Möcklinghoff ab. Die Forscherin kommt dabei ums Leben.

Bei einem Flugzeugunglück in Brasilien ist die deutsche Zoologin Lydia Möcklinghoff ums Leben gekommen. Die renommierte Ameisenbär-Forscherin war gern gesehener Gast in Talkshows und teilte ihr Wissen auch in der "Sendung mit der Maus". Der Absturz habe sich bereits am Freitag ereignet, wie auf ihrem Instagram-Account bestätigt wurde. "Danke für deine grenzenlose Neugier und Freundlichkeit. Du wirst schmerzlich vermisst werden", hieß es zu einem Foto der Forscherin.

Auch der Dortmunder Zoo würdigte Möcklinghoff bereits in einem Statement. Man habe die traurige Nachricht "mit großer Bestürzung" aufgenommen, wie in einem Posting betont wurde. "Lydia war für uns weit mehr als eine geschätzte Forschungspartnerin. Über viele Jahre standen wir mit ihr in engem Austausch und unterstützten ihre wissenschaftliche Arbeit zu Großen Ameisenbären in Brasilien." Viele Erkenntnisse seien direkt in Haltung und Management der Tiere eingeflossen.

Der Zoo würdigte auch den Menschen hinter der Forscherin: "Mit ihrer Leidenschaft, ihrer wissenschaftlichen Neugier und ihrem unermüdlichen Einsatz hat Lydia wesentlich dazu beigetragen, unser Wissen über Große Ameisenbären zu erweitern und Schutzmaßnahmen für diese bedrohte Tierart voranzubringen. Lydia hat auch durch ihre Medienarbeit viele Menschen für den Natur- und Artenschutz begeistert und war eine wichtige Stimme für die Tierwelt des Pantanals." Man verliere mit ihr nicht nur eine herausragende Wissenschaftlerin, "sondern vor allem einen warmherzigen, lebensfrohen und außergewöhnlich engagierten Menschen".

Ihr zweimotoriges Kleinflugzeug vom Typ Embraer/Neiva EMB-810D "Seneca" war laut "Bild"-Zeitung am frühen Freitagmorgen vom Flughafen Santa Maria gestartet - unterwegs in die Region um Aquidauana, wo die Forscherin im Pantanal Feldarbeit betreiben wollte. Nur wenige Minuten nach dem Abheben stürzte die Maschine in ein Waldgebiet nahe dem Flughafen. Auch der Pilot kam dabei ums Leben.

Bücher, Podcasts, "MausLive"

Was den Absturz auslöste, ist noch ungeklärt. Am Morgen herrschte dichter Nebel und schlechte Sicht. Ob das eine Rolle spielte, ist offen. Die Ermittler vermuten, der Pilot könnte die Orientierung verloren haben, schließen aber auch einen technischen Defekt nicht aus. Ein Experte sprach bei "Campo Grande News" von einem nahezu senkrechten Fall. Die für Unfälle zuständige brasilianische Luftfahrtbehörde Cenipa untersucht die Ursache, ein Ergebnis steht noch aus.

Bekannt wurde Möcklinghoff durch ihre Arbeit im Pantanal, das mit rund 210.000 Quadratkilometern das größte Binnenland-Feuchtgebiet der Welt ist. Die gebürtige Wilhelmshavenerin lebte seit 2009 im Wechsel in Köln und in Brasilien und galt als Pionierin ihres Fachs. So war sie weltweit die erste Wissenschaftlerin, die das Verhalten des Großen Ameisenbären über mehr als ein Jahr ausführlich beobachtete.

Zudem schrieb sie Bücher wie "Die Supernasen", produzierte Podcasts wie "Tierisch!" und arbeitete als freie Autorin für den WDR, für den sie mehrfach aus dem Pantanal für die "Sendung mit der Maus" berichtete. Bei "MausLive" auf WDR 5 gestaltete sie ihre eigenen Reihen "Lydia im Pantanal" und "Lydias Pantanal-Abenteuer". Der Sender nannte sie die "Maus-Forscherin".

Quelle: ntv.de, mba/spot

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