Panorama

Wegen Geldwäsche im Darknet Deutschland soll DJ an USA ausliefern

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Ein in Berlin inhaftierter russischer DJ soll im Darknet Hunderte Millionen Dollar gewaschen haben.

(Foto: picture alliance / dpa)

Hat Denis Kaznatschejew tatsächlich im Darknet 275 Millionen Euro gewaschen? Dies wirft ihm die US-Justiz vor, die die Auslieferung des in Berlin lebenden Russen fordert. Seine Freunde glauben an eine Verwechslung und beschreiben ihn als leidenschaftlichen Musiker und "Pechvogel".

Die USA fordern einem Bericht des "Spiegels" zufolge die Auslieferung eines in Berlin inhaftierten Techno-DJs. Der Mann soll Hunderte Millionen Dollar gewaschen haben. Die US-Justiz wirft Denis Kaznatschejew Betrug und Geldwäsche im Internet vor, berichtete der "Spiegel". Der Russe soll seit 2010 seine Dienste als Geldwäscher im Darknet angeboten haben. Nun sitzt er in Berlin in Untersuchungshaft.

Dem Bericht zufolge warnte die russische Regierung die deutschen Behörden bereits vor einer Auslieferung des 36-Jährigen an die USA. Er soll laut US-Dokumenten, die seinem Anwalt vorliegen, für russische Cyberkriminelle allein im Zeitraum von zwei Jahren über eine Seite im Darknet 310 Millionen Dollar (275 Millionen Euro) gewaschen haben.

Das Geld stamme aus Hackerangriffen, Diebstahl von Kreditkarten, Personendaten und Identitäten, schreiben die US-Behörden laut "Spiegel". Als Provision habe der Verdächtige Millionen Dollar erhalten. Die 310 Millionen Dollar seien demnach nur ein Bruchteil der Summen, die im Raum stehen - der 36-Jährige soll auch über andere Darknet-Seiten Geld gewaschen haben. Kaznatschejew bestreitet alle Vorwürfe, wie sein Anwalt dem "Spiegel" mitteilte. Er und Freunde glaubten, es handele sich um eine Verwechslung und Dritte hätten seine Daten benutzt, um die Straftaten zu begehen.

Auf seiner Facebook-Seite haben Unterstützer, die von der Unschuld des Verdächtigten überzeugt sind, nun eine Petition gestartet. Seine Freunde beschrieben ihn als gutmütigen Menschen, der im Kopf immer bei seiner Musik sei. Kaznatschejews Anwalt sagte laut "Spiegel": "Der wusste nicht einmal, wovon er zuletzt seine Miete bezahlen sollte. Und dann soll er Betrug in diesem Millionen-Umfang betrieben haben?" Das passe nicht zusammen. Er wies darauf hin, dass sein Mandant vor Jahren auf Bitten eines russischen Freundes in dessen Namen ein Konto eröffnet habe. Möglicherweise könnte dieses Konto der Grund für die Festnahme sein.

Der DJ war den Angaben zufolge am 29. Mai im Beisein von Kräften des US-Secret-Service festgenommen worden. Das Berliner Kammergericht habe wegen Fluchtgefahr Auslieferungshaft angeordnet.

Quelle: ntv.de, khe/AFP

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