Panorama

Söder besucht Einsatzkräfte Die nächste Schneefront naht

In fünf bayerischen Landkreisen gilt wegen der heftigen Schneefälle mittlerweile der Katastrophenfall. Schon am Abend soll es weiter schneien. Dann könnte sich die Lage weiter verschärfen.

Meteorologen erwarten in den kommenden Tagen in Bayern erneut starken Schneefall. Für Oberbayern und Schwaben gab der Deutsche Wetterdienst eine Unwetterwarnung heraus: Oberhalb von 1000 Metern soll es zwischen Samstagabend und Dienstag extrem starken Schneefall geben - von bis zu einem Meter Neuschnee. In den Alpen und im Bayerischen Wald rechnen die Experten oberhalb von 600 Metern mit 20 bis 50 Zentimetern Schnee und ab 800 Metern mit 50 bis 70 Zentimetern. Insgesamt ergäben sich extreme Schneehöhen.

Im Alpenvorland soll es Sturm mit Geschwindigkeiten von bis zu 70 Stundenkilometern geben, in den Hochlagen der Alpen und des Bayerischen Waldes mit bis zu 100 Stundenkilometern. Es sei mit Schneeverwehungen zu rechnen. Auch in den sächsischen Mittelgebirgen soll es schneien. Mit besonderer Besorgnis wird Regen in niedrigeren Lagen erwartet. Dieser könnte die Lage nämlich dramatisch verschärfen und den Schnee auf bereits einsturzgefährdeten Dächern noch schwerer machen.

Bundeswehr hilft

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder nahm am Vormittag an einer Besprechung der Einsatzkräfte in Bad Tölz teil, um sich über die Arbeit der Hilfsorganisationen zu informieren und sich ein Bild von der Lage zu machen. "Es gibt keinen Anlass zur Panik, aber schon zu ernster Besorgnis", sagte der CSU-Politiker. "Die größte Herausforderung der nächsten Tage wird die Dächerlast sein", betonte der Ministerpräsident." In fünf Landkreisen gilt bereits der Katastrophenfall.

Die Bundeswehr hat 350 Soldaten in die tief verschneiten Regionen geschickt. Sie befreien Dächer von den schweren Schneemassen, versorgen Bewohner in schwer zugänglichen Orten und transportieren Helfer mit gepanzerten Kettenfahrzeugen. Rund 300 weitere Soldaten wurden in erhöhte Bereitschaft versetzt. Auch das Bayerische Rote Kreuz (BRK) hat viele Helfer vor Ort. "Trotz tagelangen Einsatzes von Einheiten aus dem Ehren- und Hauptamt erleben wir hoch motivierte Kräfte", betonte ein BRK-Sprecher am Freitagabend. Die Zusammenarbeit mit Bundeswehr und Feuerwehr verlaufe reibungslos.

In den vergangenen Tagen seien mehrere Menschen in den betroffenen Regionen beim Räumen ihrer Dächer abgerutscht und gestürzt. Sorge bereitet den Rettungskräften auch die Lawinengefahr.

Quelle: n-tv.de, sba/dpa

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