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Fummeln gegen Brustkrebs Dieser Porno rettet Leben

Hat ihre Vorsorgepflicht erfüllt: junge Frau bei der Brustkrebsprophylaxe

Hat bestens vorgesorgt: junge Frau bei der Brustkrebsprophylaxe

(Foto: Vimeo.com)

Fast 95 Prozent aller Männer treiben sich mehr oder weniger regelmäßig auf Pornoseiten rum. Und weil die meisten Jungs auch Brüste ziemlich toll finden, greifen bolivianische Gynäkologen zu ausgefallenen Aufklärungsmethoden.

Brüste gehen immer. Vor allem, wenn sie so schön groß und symmetrisch sind wie die der heißen Latina im Minirock, die uns vielleicht sogar wollüstig anlächelt. Wissen wir jetzt leider nicht so genau, die Kamera hat ihr Gesicht abgeschnitten - aber egal, die wichtigen Körperteile sind ja klar und deutlich zu sehen. Und bei 3,5 Millionen Klicks kann "Latin boobs - touch your beloved ones", wie das Video heißt, so schlecht nicht sein.

Ein Klick mehr und schon zoomt die Kamera noch näher an den stattlichen Vorbau ran. Zwei eingeölte Männerhände beginnen die, und das muss jetzt einfach nochmal gesagt werden, wirklich hübschen Brüste liebevoll zu kneten. Wow, tolle Technik hat der Typ: erst von den Nippeln nach außen, dann nach oben, schließlich oberhalb weg Richtung Achseln. Ob's da auch erogene Zonen gibt? Sieht irgendwie tantrisch aus, gleich mal notieren. Plötzlich flimmert das Bild, ein Störgeräusch verzerrt die entspannte Fahrstuhlmusik. Hallo, was soll das denn jetzt bitte? "Dies ist kein Porno. Dies ist ein Lehrvideo zur Erkennung von weiblichem Brustkrebs", prangt in fetten Lettern auf dem Bildschirm.

Ein echter Liebesdienst

Not macht bekanntlich erfinderisch: Die Ärzte des bolivianischen "Alcázar Gynecology Institute" waren anscheinend in arger Bedrängnis, als ihnen die Idee zum wahrscheinlich kreativsten Aufklärungsvideo der vergangenen Jahre kam. "An Frauen gerichtete Kampagnen zur Brustkrebsvorsorge funktionieren einfach nicht", erklärt ein Sprecher aus dem Off in einer erweiterten Version des Videos, das auf der nicht ganz so einschlägig bekannten Seite Vimeo unter dem Titel "Porn can save lives" veröffentlicht wurde. Also müssen eben die Jungs die Sache richten.

Und wo treiben die sich rum? Genau, auf Pornoportalen - jedenfalls rund 95 Prozent aller Männer, wie Pornhub, mit 80 Milliarden Klicks im Jahr die drittgrößte Seite ihrer Art weltweit, herausgefunden haben will. Auf Pornhub schalteten die bolivianischen Gynäkologen dann auch folgerichtig ihren Fake-Porno - mit durchschlagendem Erfolg, wie die Zugriffszahlen zeigen. Nicht dokumentiert ist allerdings, wie viele der Jungs dem lebensrettenden Porno nach der herben Enttäuschung zur Mitte des Filmchens treu bleiben: Dann nämlich wiederholt sich die Massageeinlage vom Anfang, unterlegt mit dem erklärenden Kommentar eines Sprechers, worauf genau man beim Abtasten achten muss, um verräterische Knoten in der Brust zu entdecken.

Das Gelernte können die erleuchteten Männer dann praxisnah bei ihren Freundinnen, Frauen und Geliebten zur Anwendung bringen - nur regelmäßig muss es sein, damit die Prophylaxe auch vollständig ist. Und mal ganz im Ernst: Dieser Liebesdienst ist ja wohl wirklich für alle eine Win-win-Situation.

Quelle: n-tv.de

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