Panorama

Streit um gelöschten Beitrag Dieter Nuhr und DFG begraben Kriegsbeil

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Kritiker werfen Dieter Nuhr vor, in dem Beitrag wissenschaftsfeindlich zu argumentieren.

(Foto: imago images/Future Image)

Ein Audiobeitrag von Dieter Nuhr für die Deutsche Forschungsgemeinschaft erzürnt im Internet viele Gemüter. Ohne Vorwarnung löscht der Verein das Statement wieder. Das kommt bei dem Kabarettisten nicht gut an. Nun haben sich beide Seiten ausgesprochen. Auch Nuhrs Beitrag ist wieder online zu finden.

Die Deutsche Forschungsmeinschaft (DFG) hat einen zuvor entfernten Audiobeitrag von Dieter Nuhr wieder online gestellt. Damit wurde ein Streit zwischen der Organisation und dem Kabarettisten beigelegt. "Die DFG bedauert es ausdrücklich, das Statement von Dieter Nuhr vorschnell von der Internetseite der Online-Aktion #fürdasWissen heruntergenommen zu haben", hieß es in einer veröffentlichten Erklärung. Nuhr sei eine Person, die mitten in der Gesellschaft stehe und sich zu Wissenschaft und rationalem Diskurs bekenne. Auch wenn seine Pointiertheit als Satiriker für manchen irritierend sein möge, sei doch gerade eine Institution wie die DFG der Freiheit des Denkens verpflichtet: "Wir haben den Beitrag daher wiederaufgenommen."

Nuhr hatte sich auf Bitte der DFG an der Online-Aktion #fürdasWissen beteiligt. In seinem Audio-Beitrag sagt er unter anderem: "Wissenschaft ist gerade, DASS sich die Meinung ändert, wenn sich die Faktenlage ändert. Wissenschaft ist nämlich keine Heilslehre, keine Religion, die absolute Wahrheiten verkündet. Und wer ständig ruft 'Folgt der Wissenschaft!' hat das offensichtlich nicht begriffen."

"Am Ende haben wir uns geeinigt"

Nachdem der Beitrag auch auf Twitter eingestellt worden war, hatte es viele kritische Kommentare gegeben. Daraufhin nahm die DFG den Beitrag von der Seite und aus dem Youtube-Kanal. Auf Twitter wurde er dagegen nicht gelöscht. Nuhr warf der DFG daraufhin vor, "den Ideologen im Netz" nachgegeben zu haben. Er habe noch nie wissenschaftsfeindlich argumentiert.

Nach der Entschuldigung teilte Nuhr mit: "Ich habe mit der DFG gesprochen, Ranga Yogeshwar hat ganz wunderbar moderiert, und am Ende haben wir uns geeinigt." Alle seien der Meinung gewesen, dass man besser miteinander reden könne als zu löschen. "Die DFG hat mit Wiederonlinestellung und Entschuldigung Mut und Offenheit bewiesen", sagte Nuhr. "Wir sind uns völlig einig, dass es notwendig ist, über die gegenwärtige Debattenkultur zu reden. Immer öfter wird gefordert, kritische Standpunkte von der Meinungsbildung auszuschließen. Gerade in der Wissenschaft ist das nicht akzeptabel. Die DFG hat hier nun Haltung gezeigt. Das ist eine große Geste."

Der Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar äußerte sich zufrieden über die Beilegung des Streits. Er twitterte: "Freude über die konstruktive Wende im Fall DFG-Nuhr! Lasst uns gemeinsam die Chance ergreifen und Zuhören statt Verurteilen, Fragen statt Antworten, Verstehen statt Verdammen, Argumentieren statt Diffamieren und Einladen statt Ausgrenzen... Ein guter Tag!!"

Quelle: ntv.de, jpe/dpa

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