Panorama
Die Aufräumarbeiten auf der Ferieninsel werden noch Tage, wenn nicht sogar Wochen dauern.
Die Aufräumarbeiten auf der Ferieninsel werden noch Tage, wenn nicht sogar Wochen dauern.(Foto: imago/CordonPress)
Donnerstag, 11. Oktober 2018

Leichen nach Unwetter gefunden: Drei Deutsche sterben auf Mallorca

Starke Regenfälle überfluten Teile von Mallorca. Bäche werden zu reißenden Flüssen. Mehrere Menschen sterben. Bei den Bergungsarbeiten finden Rettungskräfte nun zwei Tote - es handelt sich dabei um ein deutsches Ehepaar.

Bei dem schweren Unwetter im Osten von Mallorca sind drei Deutsche ums Leben gekommen. Dies bestätigte eine Sprecherin des Notdienstes der Balearen. Am Nachmittag seien die Leichen eines deutschen Ehepaars auf der Strecke zwischen Artà und Canyamel gefunden worden, hieß es. Die genaue Herkunft des Paares blieb zunächst unklar, jedoch lebte es den Informationen der Sprecherin zufolge auf der Insel. Das Auto der beiden war am Vortag zunächst leer aufgefunden worden, worauf die Suche begann. Das spanische Fernsehen meldete, die Opfer seien 63 und 61 Jahre alt.

Auch bei einem bereits am Mittwoch geborgenen Toten, der zunächst nicht identifiziert werden konnte, handele es sich um einen Mann aus Deutschland, sagte die Sprecherin weiter. Er war Journalist aus Niedersachsen, wie der Chefredakteur der "Neuen Presse" bestätigte. Der Reporter sei auf der Insel im Urlaub gewesen. Er habe am Dienstag eine Freundin vom Flughafen abholen wollen, sei dort aber nie angekommen. Die Freundin und eine Nachbarin haben den Mann demnach identifiziert.

Noch immer vermissen die Behörden einen fünfjährigen Jungen. Laut der lokalen Zeitung war er zusammen mit seiner Mutter und seiner siebenjährigen Schwester in einem Fahrzeug, das von einem über die Ufer getretenen Bach erfasst worden war. Die Frau konnte noch ihre Tochter retten, starb dann aber selbst.

Nach einem Sturzregen am Dienstagabend waren mehrere Orte an der Ostküste Mallorcas überschwemmt worden. Straßen verwandelten sich in reißende Flüsse und wurden teilweise komplett weggespült. Die Ortschaften Betlem und Colònia de Sant Pere seien weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten, berichtete das "Mallorca Magazin". Auch auf der italienischen Insel Sardinien und in Südfrankreich gab es ungewöhnlich heftige Regenfälle.

Auch Unwetter über Sardinien

Bei den bisher auf Mallorca geborgenen Toten handele es sich um sechs Männer und vier Frauen, teilte der mallorquinische Notdienst mit. Drei der Opfer seien Ausländer - ein Paar aus Großbritannien und eine Holländerin. Ein Mann sei noch nicht identifiziert.

Am schlimmsten betroffen war der Ort Sant Llorenç des Cardassar 60 Kilometer östlich von Palma. Innerhalb von nur zwei Stunden waren in der Region nach Angaben des Wetterdienstes mehr als 230 Liter Wasser pro Quadratmeter vom Himmel gefallen. Daraufhin trat ein Bach über die Ufer - die Wassermassen rissen alles mit, was sich ihnen in den Weg stellte. Tausende Einwohner hätten bei der Katastrophe all ihre Besitztümer verloren, hieß es.

Auch Sardinien kämpft mit Hochwasser und heftigem Regen. Der Chef des Zivilschutzes, Angelo Borrelli, rief die Bürger auf, sich keinen unnötigen Risiken auszusetzen. Besonders schlimm war die Situation rund um die Hauptstadt Cagliari. Schulen und öffentliche Einrichtungen blieben geschlossen. Dutzende Menschen wurden in Sicherheit gebracht, Straßen gesperrt.

Quelle: n-tv.de