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Brandschutzmängel festgestellt Duisburg räumt zwei Hochhäuser

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Über 200 Bewohner sind von den Zwangsräumungen betroffen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Über 200 Bewohner müssen in Duisburg binnen weniger Stunden ihre Wohnungen verlassen. Grund sind Mängel im Brandschutz der beiden Hochhäuser. Wie lange die Menschen nicht in ihre Wohnungen zurückkehren dürfen, steht nicht fest.

In Duisburg sollen wegen Brandschutzmängeln noch heute mehr als 200 Bewohner von zwei Hochhäusern ihre Wohnungen verlassen. Die Stadtverwaltung hat die Nutzung der zwölfgeschossigen Häuser nach einer Begehung mit sofortiger Wirkung untersagt. Wegen gravierender Mängel könnten die beiden Häuser ab sofort nicht mehr genutzt werden, um Gefahr für Leib und Leben abzuwenden, heißt es. Die Bewohner könnten noch Sachen herausholen, sagte ein Stadtsprecher. Die Häuser sollten aber noch heute leergezogen werden.

Viele Bewohner sind den Angaben zufolge älter und pflegebedürftig. Wann sie in ihre Wohnungen zurückkehren können, ist offen. Ein Augenzeuge berichtet, am späten Nachmittag hätten Menschen mit Koffern, Haustieren und Tiefkühlware das Haus verlassen. Einige hätten noch erfolglos mit Mitarbeitern des Ordnungsamtes diskutiert. Ein Bewohner habe gesagt, dass ihnen zwei bis drei Stunden gegeben wurden, um Sachen zusammenzupacken, heißt es. Beobachtet wurde auch, wie ein Schlüsseldienst das Schloss des Haupteingangs auswechselte.

Laut der Stadt sind erste Mängel bereits vergangene Woche aufgefallen. Bei einer erneuten Begehung stellten Fachleute dann fest, dass sich bei einem Brand Rauch ungehindert über offene Schächte vom Keller über das Treppenhaus bis in die Wohnungen ausbreiten könnte. "Die Rettungswege würden umgehend verrauchen, so dass eine Rettung der Bewohner durch die Feuerwehr nicht mehr sichergestellt wäre", hieß es.

Mitte Juni 2017 waren bei einem katastrophalen Brand in einem Londoner Hochhaus 71 Menschen ums Leben gekommen. Seitdem werden in vielen Städten Brandschutzbestimmungen in Mietshäusern schärfer kontrolliert.

Quelle: n-tv.de, psa/dpa

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