Richter um Kindeswohl besorgtEltern sollen Benito Mussolini umbenennen

Eigentlich haben sie nur einer Tradition entsprechend ihrem Baby den Namen seines Großvaters gegeben. Nun heißt der Kleine aber wie ein faschistischer Diktator und ein Gericht schaltet sich ein. Italiener erinnert der Fall an eine Debatte von vor drei Jahren.
Ärger für die Eltern des kleinen Benito Mussolini aus Italien: Ein Gericht in Genua hat sie einem Medienbericht zufolge vorgeladen, um mit ihnen über einen Wechsel des Vornamens ihres 14 Monate alten Sohnes zu sprechen. Einer in Italien üblichen Tradition folgend hatte das Paar sein Kind doch nur nach seinem Großvater benannt.
Weil die Familie Mussolini heißt, ist der Name des kleinen Jungen nun aber identisch mit dem des faschistischen Diktators, der Italien von 1925 bis 1943 regierte. Das rief das Gericht auf den Plan, wie die Regionalzeitung "Gazzetta di Parma" berichtete. Die Richter sorgen sich demnach um das Wohlergehen des Kindes.
Viele Italiener erinnert der Fall an Debatten, die bereits vor drei Jahren durch die Komödie "Il nome del figlio" ("Der Name des Sohnes") ausgelöst worden waren. In der italienischen Adaption eines französischen Films wollte ein Mann seinen Sohn ebenfalls Benito nennen. Italienische Medien verwiesen zudem auf einen anderen Fall in Mailand: Dort will ein Gericht die Eltern eines kleinen Mädchens dazu zwingen, ihrer Tochter einen neuen Namen zu geben. Die Kleine heißt "Blu" (Blau). Das Gericht stützt sich auf eine Präsidial-Verordnung, nach der sämtliche Kindernamen geschlechtsspezifisch sein müssen.