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"Adoption auf dem Laufsteg" Empörung über Kinderparade in Kaufhaus

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"Werden Tiere oder Sklaven verkauft?", kritisiert ein Facebook-Nutzer die Aktion.

(Foto: imago images / Westend61)

Zwei brasilianische Hilfsorganisationen veranstalten in einem Einkaufszentrum einen Schaulauf mit zur Adoption stehenden Kindern. Die Empörung ist groß, doch die Verbände sind sich keiner Schuld bewusst und verteidigen die Aktion.

Ein Schaulaufen von zur Adoption stehenden Kindern in einem Einkaufszentrum in der brasilianischen Stadt Cuiabá hat im Internet große Empörung ausgelöst. Nutzer verglichen die Veranstaltung mit dem Titel "Adoption auf dem Laufsteg" mit Sklaven- oder Viehauktionen. Die Organisatoren verteidigten die Aktion als notwendige Unterstützung zahlloser Kinder, die in Brasilien ohne ihre Eltern aufwachsen müssten.

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"Werden Tiere oder Sklaven verkauft?", fragte ein Facebook-Nutzer. "Beschämend, es ist wie eine Zurschaustellung von Kindern in Form eines Viehmarktes", schrieb ein anderer. "Wie Sklaven - haben sie ihre Zähne gezeigt?", empörte sich eine weitere Nutzerin.

Die umstrittene Aktion fand am Dienstag in der Hauptstadt des Bundesstaates Mato Grosso statt. Veranstaltet wurde sie vom örtlichen Ableger der Kinder- und Jugendkommission des Anwaltsverbandes (CYC) und dem Verband für Adoptionsforschung und -förderung (Ampara). Ziel sei es gewesen, "zur Adoption stehende Kinder und Jugendliche sichtbar zu machen", hieß es in einer Erklärung der Organisatoren. Jegliche Parallelen zu "dunklen Kapiteln unserer Geschichte" würden entschieden zurückgewiesen.

Regierungsstelle kritisiert die Aktion

Brasilien hatte die Sklaverei 1888 abgeschafft, 25 Jahre nach den USA. In der Geschichte des Landes spielt das Thema für Brasilianer immer noch eine große Rolle. Rassismus ist in der ethnisch gemischten Bevölkerung tief verwurzelt.

Die CYC-Vorsitzende von Mato Grosso, Tatiane de Barros Ramalho, erklärte: "Wie wir immer sagen, was die Augen sehen, fühlt das Herz." Bei der Veranstaltung sei es darum gegangen, dass adoptionswillige Menschen zur Adoption stehende Kinder kennenlernen. Die Kinder und Jugendlichen hätten sich einen Tag lang für den Laufsteg frisiert, geschminkt und schön angezogen.

Die für die Rechte von Kindern und Jugendlichen zuständige Regierungsstelle äußerte ihr Bedauern über die Parade. Der Staat müsse Kinder schützen, dazu zähle auch der Schutz ihrer Identität und ihrer Gefühle, hieß es. Die Veranstalter betonten, die Kinder seien mit ihren Pflegeeltern zu der Veranstaltung gekommen und keines von ihnen sei zur Teilnahme gezwungen worden. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Agencia Brasil unter Berufung auf das Nationale Adoptionsregister berichtete, warten in Brasilien mehr als 9500 Kinder und Jugendliche auf ihre Adoption.

Quelle: n-tv.de, jpe/AFP

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