Familiendrama in VillingendorfErhielt der Todesschütze Unterschlupf?

Der mutmaßliche Mörder von Villingendorf ist gefasst. Bei ihm finden die Polizisten eine Waffe. Fünf Tage war der 40-Jährige auf der Flucht. Es bestehen Zweifel, ob der Mann sich im Freien versteckt hat.
Die Polizei vermutet, dass der Todesschütze von Villingendorf bei seiner Flucht Hilfe hatte. Nach erster Auskunft der Polizeistreife, die den 40-jährigen Kroaten nach einem Hinweis aus der Bevölkerung am Dienstagnachmittag bei strömendem Regen festgesetzt hatte, sah der Flüchtige "nicht so aus, als hätte er die letzten fünf Tage im Freien verbracht". Die Polizei hatte bei der Befragung des Verdächtigen in der Nacht deswegen versucht herauszufinden, wo er sich nach der Tat aufgehalten und ob ihm jemand Unterschlupf gewährt hat.
Der mutmaßliche Täter trug bei seiner Festnahme mehrere Taschen bei sich. In einer davon war eine Waffe versteckt, bei der es sich den Vermutungen der Ermittler zufolge um die Tatwaffe handelt. Sie wird zurzeit im kriminaltechnischen Institut des Landeskriminalamtes in Stuttgart untersucht.
Täter war polizeibekannt
Die Ex-Frau des mutmaßlichen Dreifachmörders soll zudem diesen mehrere Male vor der Bluttat bei der Polizei angezeigt haben. Deswegen war auch ein Gericht eingeschaltet worden, das ein Annäherungsverbot ausgesprochen hatte. Wer vorsätzlich eine andere Person verletzt, ihr droht oder nachstellt, dem kann mit einem solchen Verbot der Kontakt untersagt werden. Nach Medienberichten hatte der 40-Jährige die Frau bedroht. Dies wollte die Polizei nicht bestätigen.
Die Staatsanwaltschaft hatte eine Belohnung von bis zu 5000 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur Festnahme führen. Nach der Festnahme des Mannes wollen Polizei und Staatsanwaltschaft Rottweil um 14 Uhr weitere Einzelheiten bekannt geben. Davor soll der Verdächtige einem Haftrichter vorgeführt werden. Der Mann wird verdächtigt, am Donnerstag voriger Woche mit einer Langwaffe seinen kleinen Sohn sowie den neuen Partner seiner Ex-Frau und dessen Cousine erschossen zu haben.
Die Mutter des sechs Jahre alten Kindes hatte den Angriff bei einer privaten Einschulungsparty für den Jungen überlebt und sich zu einer Nachbarin gerettet. Unverletzt blieben auch ein dreijähriges Mädchen, das sich während des Überfalls im Haus versteckt hatte, und ein Mann, der bei der Feier für Getränke gesorgt hatte.
Der Kroate war der Polizei unter anderem wegen Körperverletzung schon bekannt. Die Ex-Frau des Kroaten und ihr sechsjähriger Sohn lebten nach Angaben der Gemeinde Villingendorf erst seit März 2017 in dem Ort in einer Einliegerwohnung. Der mutmaßliche Täter hatte seinen letzten gemeldeten Wohnsitz in Mahlstetten - südöstlich und unweit von Villingendorf.