51 Festnahmen in den USAErmittlern gelingt Schlag gegen Kindesmissbrauchs-Szene auf Kreuzfahrtschiffen

Passagiere und Kreuzfahrtmitarbeiter werden in San Diego von US-Heimatschutz und Grenzschützern überrascht. Ermittler beider Behörden haben es auf Konsumenten und Verbreiter von Kindesmissbrauchs-Videos abgesehen.
US-Behörden haben in San Diego insgesamt 51 Angestellte von Kreuzfahrtschiffen festgenommen. Den Anfang machte die US-Zoll- und Grenzschutzbehörde: Sie nahm 28 Besatzungsmitglieder von acht verschiedenen Kreuzfahrtschiffen zumindest kurzzeitig fest. 27 blieben nach ersten Befragungen in Haft, wie die Behörde gegenüber US-Medien mitteilte. Den Verdächtigen wird der "Empfang, Besitz, Transport, die Verbreitung oder Betrachtung von Materialien mit Bezug zur sexuellen Ausbeutung von Kindern" vorgeworfen, berichtete ABC 10 News.
Die Grenzschützer gingen zwischen dem 23. und 27. April an Bord der acht Schiffe. 26 Festgenommene stammten von den Philippinen und jeweils einer aus Indonesien sowie Portugal. "Die US-Zoll- und Grenzschutzbehörde (CBP) hat ihre Visa annulliert und diese Kriminellen in ihr Heimatland zurückgeführt", teilte die Zollbehörde mit.
Am 28. April rückte schließlich noch einmal der Heimatschutz aus, um 23 weitere Besatzungsmitglieder mehrerer Kreuzfahrtschiffe im Hafen von San Diego festzunehmen. "Die Verhaftungen richteten sich gegen Personen, die im Verdacht stehen, mit Kindesmissbrauch-Material in Verbindung zu stehen", so die Behörde Homeland Security in einer Erklärung, aus der ABC 10 News zitiert. Die Verdächtigen wurden demnach nach Los Angeles überführt. Auch ihnen sollen die Visa entzogen werden, woraufhin sie ausreisepflichtig würden.
Eine nicht näher genannte Anzahl an festgenommenen Personen arbeitete für ein Disney-Kreuzfahrtschiff. Die Aktion der Behörden sorgte dort für Aufsehen, da die Verdächtigen in ihrer Arbeitskleidung vor den Augen zahlreicher Reisender abgeführt worden sind. "Einige der Angestellten trugen noch ihre Kochuniformen mit Namensschildern", sagte Kreuzfahrtpassagierin Dharmi Mehta zu ABC 10 News. Sie erkannte einen der gefesselten Kellner, weil er sie noch eine Stunde zuvor bedient hatte, sagte Mehta auf einer Pressekonferenz, von der KPBS berichtete.
"Wir verfolgen eine Null-Toleranz-Politik gegenüber derartigem Verhalten und haben uneingeschränkt mit den Strafverfolgungsbehörden kooperiert", erklärte Disney Cruise Line Fox News. Das Unternehmen habe die betroffenen Angestellten entlassen. Es betonte, dass "die meisten" Festgenommenen nicht zu Disney gehörten.