Panorama

Zwei Vorfälle in NorddeutschlandErmittlungen nach tödlichen Polizeischüssen

19.06.2020, 18:41 Uhr

Innerhalb kurzer Zeit kommt es in Norddeutschland zu zwei folgenschweren Polizeieinsätzen. Ein 54-Jähriger und ein 23 Jahre alter Mann kommen dabei ums Leben. Nun untersucht die Staatsanwaltschaft die beiden Fälle.

Nach zwei Polizeieinsätzen mit tödlichen Schüssen in Bremen und im emsländischen Twist ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen insgesamt drei Beamte wegen Totschlags beziehungsweise wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung.

In Bremen wurde am Donnerstag ein 54-jähriger Mann mit zwei Schüssen getötet, der mit einem Messer auf die Beamten losging. Die Szene wurde vom Balkon eines Gebäudes per Handy gefilmt; das Video steht auf Youtube und wird von der Staatsanwaltschaft als authentisch angesehen. Nach Angaben von Staatsanwalt Frank Passade war dem aus Marokko stammenden Mann die Wohnung im Stadtteil Gröpelingen fristlos gekündigt worden, da er in der Vergangenheit mehrfach durch Sachbeschädigung aufgefallen sei.

Am Donnerstag seien Vertreter der Wohnungsgesellschaft zur Besichtigung der Wohnung vor Ort gewesen. Dabei seien sie von der Polizei begleitet worden. Eine psychische Störung des Mannes sei nicht ausgeschlossen worden. Als die Polizei den 54-Jährigen für eine sozialpsychiatrische Untersuchung zur Wache bringen wollte, eskalierte die Situation, da der Betroffene das nicht gewollt habe.

Zweiter Leichnam wird obduziert

Auf dem Video ist zu sehen, dass der Mann im Innenhof der Wohnanlage ein längeres Messer in der Hand hält und vier Beamte bedroht, die ihn mit gezogener Waffe und lauten Rufen auffordern, das Messer wegzulegen. Als er auf einen der Beamten zuläuft, fallen die beiden tödlichen Schüsse.

Am frühen Morgen starb in einem Krankenhaus ein 23-Jähriger, der bei einem Polizeieinsatz in Twist (Kreis Emsland) durch einen Schuss zunächst schwer verletzt worden war. Der Leichnam soll laut Staatsanwaltschaft nun obduziert werden. Gegen den Beamten, der den Schuss abgab, wurde ein Verfahren wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung eingeleitet. Es deute bislang aber nichts darauf hin, dass der Schuss unverhältnismäßig gewesen sei.

Der Mann soll mit einem Messer bewaffnet mehrere Personen in einer Arztpraxis und einem Wohnhaus bedroht und angegriffen haben. Auch auf die herbeigerufenen Polizeibeamten sei der aus Guinea stammende Mann losgegangen. Er sei bereits wegen Gewaltdelikten strafrechtlich in Erscheinung getreten.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa

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